Dienstag, 30. Juni 2009

Joghurt-Clafoutis mit Marillen & Minze


Clafoutis mit Marillen & Minze

Dem hierorts anhaltenden Trend zur aufwandsminimierten Küchentätigkeit wird frau bei Appetit auf Süßes mit Clafoutis ganz wunderbar gerecht. Ganz echt zwar nur mit Kirschen, lässt sich diese Leckerei natürlich mit beliebigen Früchten zubereiten – Apfel-Clafoutis habe ich in diesem Blog schon vorgestellt. Als Mittelding zwischen Pfannkuchen und Kuchen ist der Clafoutis am ehesten mit Waffeln vergleichbar und daher auch mit jedem beliebigem süßen Waffelteig zu realisieren.

Waffeln nun backe ich gerne mit Buttermilch oder Joghurt, und entsprechend angetan war ich, als Sarah Wiener mit ihren netten Küchenkindern auf Arte Beeren-Clafoutis mit Joghurtteig buk. Die allerersten Kirschen dieses Jahres – also das, was nach dem Naschen noch übrig war :-) – fanden daher ihre Bestimmung in einem Clafoutis mit Joghurt. Das Ergebnis fand so viel Anklang, dass nach einigen Verfeinerungen das Rezept zum Clafoutis-Standard in der Low Budget-Küche erklärt wurde. Und die Variante mit Marillen & Minze erhielt das Prädikat "Lieblingsessen, bitte immer wieder machen, gern auch täglich". :-)

Clafoutis mit Marillen & Minze

Die angegebenen Mengen reichen als süßes Hauptgericht je nach Hunger für 2-3 Leute, als Dessert für eine große Runde.

Joghurt-Clafoutis mit Marillen & Minze

Teig:
3 Eier, getrennt
einige Tropfen Zitronensaft
50-75 g Zucker, je nach Süße der Früchte
400 g Joghurt, natur
225 g Mehl
1/4 TL Salz
1 gute Prise Natron (oder Backpulver)
ca 100 g Milch (Menge nach Bedarf anpassen)

Belag:
ca 1 kg Marillen (Aprikosen), entsteint, gewürfelt
1 Zitrone, Saft
1 EL Vanillezucker, nach Belieben mehr
einige Stängel Minze, Blätter gehackt

Temperatur: 200 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: tiefes Blech, 30x25 cm, gut gefettet

Für den Belag Zitronensaft mit Vanillezucker und Minze verrühren. Die vorbereiteten Marillenstücke darin wenden und eine Weile ziehen lassen, während der Teig angerührt wird.

Für den Teig Eiklar mit Zitronensaft steifschlagen. Eigelb mit Zucker und Joghurt aufmixen. Mit Natron und Salz vermischtes Mehl einrühren und mit so viel Milch vermengen, dass ein dickflüssiger Teig entsteht. Eischnee unterziehen, dabei dürfen gern einige "Schneenester" bleiben.

Teig in die Form gießen und das Obst darauf verteilen. Ins Rohr schieben und auf mittlerer Schiene goldgelb backen; allenfalls die letzten paar Minuten das Blech eine Schiene höher setzen, falls der Clafoutis zu blass ist.

Heiß, lauwarm oder kalt genießen. :-)



Montag, 29. Juni 2009

Megalomanischer Tag (*)


Marmeladen

"Wie wirst du deinen Wiedereinstieg einleiten?", frug der Gefährte. "Mit: Frisch aus der Haft entlassen ...? Oder mit: Foodbloggen verstößt hoffentlich nicht gegen die Bewährungsauflagen ...?" Männer. :-) Dennoch halt ichs nun kurz mit einem solchen, mit dem Dr. v. Hirschhausen nämlich und seiner weisen Erkenntnis, dass der Mensch mal Taube und mal Denkmal ist. Mit Federvieh, so viel nur dazu, hätt ich mich in der letzten Zeit eher nicht verwechselt. Gebacken wurde kaum, gekocht nur mit maximalem Aufwandsminimum - was die Vernachlässigung dieses Blogs inkludierte -, aber immerhin gelegentlich zukunftsorientiert:

Marmelade, Marmelade und noch mal Marmelade. Damits wenigstens im Winter ein bisschen Sommer gibt, wenn schon nicht jetzt. Und wenn frau nicht zentnerweise Früchte eines großen Nutzgartens zu verwerten hat, kocht sich Marmelade praktisch nebenbei und wie von selbst nach immer demselben Prinzip: ein bis maximal zwei Kilo Früchte mit etwas Zitronensaft pürieren (was sich sträubt, wird gleich erhitzt und erst püriert, wenns ausreichend weich ist), mit knapp einem Drittel Zucker und der passenden Menge Pektin (3:1) auf- und drei Minuten kochen lassen, in Gläser füllen, fertig.

Ach ja, Schraubdeckelgläser nicht umdrehen, das erschwert meiner Erfahrung nach die Entstehung des gewünschten Unterdrucks; aber dazu ein andermal mehr. Die Einkochsaison hat ja gerade erst so richtig begonnen. :-)


(*)
Fort den Müll versiebter Siege.
Frag dich, was sich Neues tut.
Was ich noch zusammenkriege:
a) wie viel und b) wie gut.

Nachts Erträumtes, tags Erschwitztes,
scheinbar nichts aus einem Stück.
Doch mit einem Mal da sitzt es:
Fass mich an und mach dein Glück!


[ aus: Peter Rühmkorf, Wenn - aber dann. Vorletzte Gedichte ]