Abgekupfert: Kakao-Schnecken

Beschämt stell ich mich ganz hinten in die Reihe jener, die Anikós geniale Kakaoschnecken nach ungarischem Rezept nachgebacken haben. Diese gar wunderbaren Teilchen sind ja schon quer durch die Blogs gewandert und haben allerorten Jubel ausgelöst. In den ich nur lauthals einstimmen kann: So fluffig! So flauschig! Warum hab ich nur so lange gewartet? Zur Strafe musste ich sie gleich zweimal hintereinander backen, denn die erste Partie war schneller weg, als ich sie fotografieren konnte. Diese Dinger sind einfach göttlich - und falls es da draußen wen gibt, der oder die sie noch nicht probiert hat: nachbacken, unbedingt! :-)
Das Geheimnis dieser Schnecken ist das Milchbad, das sie während des Backens genießen dürfen. Der ohnedies schon recht weiche Teig kriegt so noch zusätzlich Flüssigkeit und dankt es mit jener Flauschstruktur, die zum Jubilieren verführt. Und weil er im Unterschied zu Dampfnudeln oben ohne badet, also ohne Deckel, gibts auch eine schön goldene Oberfläche. Das fällt bei den Kakaoschnecken nicht so auf und ist auch nicht wichtig - wohl aber bei den Buchteln, die ich testhalber mitgebacken habe. Und weil ich grad so schön am Experimentieren war, hab ich einen Teil der Buchteln in einer Extraform gebacken und sofort in ein heißes Milchbad gesetzt, statt sie erst nach der halben Backzeit zu duschen. Ergebnis: So gut sind mir Buchteln noch nie gelungen. :-) Schnecken werde ich aber auch weiterhin erst zur Halbzeit gießen: Wenn die von Anfang an im Bade säßen, würde, so fürchte ich, einiges vom Kakaopulver ausgeschwemmt werden.
Übrigens hatten Zorra und Frau Sammelhamster erwähnt, dass bei ihren Schnecken am Ende der Backzeit noch Milch in der Form war. Mir scheint, dass bei diesem Rezept - ähnlich wie bei Dampfnudeln - die Flüssigkeitsmenge nicht nur von der Teigmenge abhängt, sondern auch von der Formgröße. Beim ersten Versuch hatte ich eine etwas zu große Form verwendet, wo eine halbe Reihe frei blieb: Da war nach der vorgesehenen Backzeit alle Milch aufgesogen oder verkocht. Bei der zweiten Partie haben die Teilchen die Form gut ausgefüllt, die Milch stand höher darin und war am Ende noch nicht ganz weg - sowohl bei den Schnecken als auch bei den Buchteln, die vom Start weg im Bad saßen. Fünf Extraminuten auf der untersten Schiene lösten das Problem - btw, eine Glasform ist praktisch, da kann frau auch von unten gucken, wie die Dinge sich entwickeln -, alle Milch weg, bis auf ein wenig Haut am Rand.
Ach ja, beim zweiten Durchgang habe ich das im Rezept vorgesehene Eigelb ersatzlos gestrichen - ich wusste schon bei der ersten Partie nicht, was ich mit dem übrigen Eiweiß anfangen sollte -, hat nicht wirklich geschadet. Auch die Butter im Milchbad hab ich weggelassen, und nur die fertigen Teilchen mit etwas Butter bepinselt, damit sie glänzen. Und den Kakao hab ich leicht gewürzt: einmal mit etwas Kardamom, das andere Mal mit Espressopulver. Kardamom war gut, Kaffee war besser. :-)
Kakaoschnecken
Teig:
300 ml Milch
50 g Butter
1 Pk Trockenhefe
25 g Zucker
1 Eigelb
500 g Mehl
1/2 TL Salz
Füllung:
10-11 TL Puderzucker
5 TL Kakaopulver
1 TL Instant-Espresso-Pulver
Außerdem:
150 ml Milch, erwärmt, zum Fertigbacken
1-2 TL Butter, nach Belieben, zum Bestreichen
Temperatur: 180 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: 30-35 Minuten
Form: Auflaufform (ca 1/2 - 2/3 Backblechgröße), gefettet
Für den Teig Trockenhefe und Zucker mit ein wenig von der Milch verrühren. Restliche Milch erwärmen und die Butter darin schmelzen, allenfalls etwas abkühlen lassen. Hefe- und Milchmischung mit Eigelb, Mehl und Salz zu einem weichen, aber seidig glatten Teig kneten. Zugedeckt zu doppeltem Volumen aufgehen lassen. Abschlagen, nochmal kurz durchkneten und nach kurzer Rastzeit rechteckig ausrollen. Kakao, Puderzucker und Espressopulver mischen und auf den Teig sieben. Aufrollen und in Scheiben von 3 cm Dicke schneiden. Mit nicht zu viel Abstand in die Form legen und nochmal 15 Minuten gehen lassen.
Auf mittlerer Schiene 15 Minuten backen. Dann mit der warmen Milch begießen und weitere 15-20 Minuten backen, bis die Milch aufgesogen ist. Allenfalls auf die unterste Schiene wechseln. Fertige Teilchen nach Belieben noch heiß mit etwas Butter bepinseln.
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