Samstag, 27. März 2010
Samstag, 20. März 2010
Das Wort zum Wochenende: Zitronenplätzchen
Er bot die beste Entschuldigung an, die ein Cop haben konnte. "Ich habe Zitronenplätzchen mitgebracht."
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Samstag, 13. März 2010
Das Wort zum Wochenende: Abendessen
Es begann mit einem Consommé à la Celestine, gefolgt von Hammelbraten aus der Keule mit Portweinsauce, gebackenen Zwiebeln, Herzoginnenkartoffeln und Spinat, und zum Abschluss wurden wahlweise würzige Anchovis-Èclairs oder Aprikosentorte gereicht.
Maryanne erklärte, ihre Köchin sei ein Flüchtling aus Frankreich und könne wahre Wunderdinge vollbringen, eine Witwe, die den Metzger und den Gemüsehändler mit ihrem Charme derart betört hatte, dass sie ihr in sklavenhafter Ergebenheit dienten.
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Mittwoch, 10. März 2010
Heiße Zitrone oder Als ich einmal der Frau Lehrerin widersprach
Mit knapp zehn Jahren glaubte ich zwar nicht mehr an den Weihnachtsmann, aber durchaus noch an die Allwissenheit von Lehrkräften. Das änderte sich schlagartig, als eines schönen Schultages unsere benoteten Aufsätze zum mäßig originellen Thema "Als ich einmal krank war" zurückgegeben wurden. An der Stelle, wo ich das bei uns zuhaus übliche Heißgetränk bei Grippe & Co beschrieben hatte, leuchtete signalrot das Symbol für schlechten Stil, ergänzt um die Korrektur der Lehrerin: "~limonade". Limonade?! Limonade kannte ich, das waren kleine Flaschen sehr bunter und sehr süßer Getränke mit Prickel drin, die ich manchmal - "Nur ausnahmsweise!" - erhielt, wenn wir auf Ausflügen irgendwo einkehrten. Was hatten diese immer kalt servierten Wässerchen mit dem Geschmack von Lutschbonbons mit Heißer Zitrone zu tun? Nichts! Das teilte ich, empört ob des mir widerfahrenen Unrechts, flüsternd meiner Banknachbarin mit, die zurücktuschelte, ich solle das der Lehrerin sagen. Ein Vorschlag, den ich ganz erschrocken zurückwies - nie im Leben würde ich mich das trauen! Doch als Augenblicke später neben mir die Lehrerinnenstimme frug, "Was traust du dich nicht, Kinderl?", schoss ich verdattert hoch und stammelte: "Bitte, Frau Lehrerin, der Fehler ist falsch, das ist kein Fehler!"
Doch ebenso geduldig wie logisch argumentierend, bewies die Dame mir, dass der Fehler tatsächlich einer sei: Eine Zitrone sei eine Frucht, der mit Wasser vermischte Saft sei keine Frucht, sondern Limonade, ob heiß oder kalt. Kurz, eine heiße Zitrone könne allenfalls gegessen, aber sicher nicht getrunken werden: "Siehst du das ein, Kinderl?" Ich nickte unglücklich, wusste aber im tiefsten Inneren doch, dass sie irrte. Schließlich hatte sie doch verstanden, was mit Heißer Zitrone gemeint war - warum konnte sie also diese Bezeichnung nicht gelten lassen? Vermutlich war das der Tag, an dem ich regelhörigen Sprachformalismus unsympathisch zu finden und mich mit dem Motto der mir noch lange unbekannten Luise Pusch anzufreunden begann: "Wir machen uns unsere Sprache selbst." :-)
Keine Ahnung, warum ich mich ausgerechnet heute an diese Episode erinnert habe, aber sobald ich daran dachte, tat ich, was damals unmöglich war: Ich rief Onkel Wiki und Tante Google als Schiedsgericht an. Und erhielt späte Genugtuung - natürlich heißt dieses Getränk Heiße Zitrone. Wie denn auch sonst? :-)
Tante Google erzählte mir aber noch mehr und brachte mich damit wirklich zum Staunen: Heiße Zitrone gibts auch als Tütenprodukt, in Pulverform. Wer kauft denn sowas? Ich meine, es gibt vermutlich sehr viel mehr Lebensmittelläden als Apotheken und Drogerien, folglich dürfte es einfacher sein, an frische Zitronen zu kommen als an die Pülverchen. Schön, wahrscheinlich lässt sich ein Beutelchen mit Pulver etwas schneller öffnen als eine frische Zitrone halbiert und ausgepresst ist - aber was machen die paar Sekunden Unterschied schon aus? Offenbar viel, denn da es eine ganze Reihe von Herstellern gibt, die entsprechende Produkte anbieten, existiert wohl auch ein Markt dafür. Heiße Zitrone in Pulverform - was die Frau Lehrerin wohl dazu gesagt hätte? :-)
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Montag, 08. März 2010
Sellerie-Möhren-Süppchen mit Ingwer

Wenn Halsschmerz das Schlucken unkommod macht, ist ein cremiges Süppchen das Essen der Wahl. Lässt sich darin eine nicht mehr ganz taufrische Sellerieknolle verstecken und somit verwerten, umso besser. Dazu ein paar Möhrchen, damits nicht so blass aussieht, und ein großes Stück Ingwer, um die Viren in die Flucht zu jagen. Koriander, Senfsaat und so viel Chili, dass die streikenden Geschmacksnerven gekitzelt werden, und schließlich Zitronenschale und -saft, zur Abrundung mit ein paar Extravitaminen. Brav auslöffeln, dann mit Schal, Wolldecke und Herrn Hund aufs Sofa kuscheln und auf Besserung sowie den Frühling warten. :-)
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Samstag, 06. März 2010
Das Wort zum Wochenende: Schnaps
Tobies: Nun wünschen ich und meine Frau, daß Sie den Jungen ins Haus nehmen und, mit Respekt zu sagen, zum Pastor erziehen möchten. Wir sähen ihn doch gar zu gerne, mit Respekt zu sagen, auf der Kanzel stehen! Zur Erkenntlichkeit wollen wir Ihnen an jedem Sankt Martinstage neun fette Gänse und ein Stückfaß voll Schnaps schicken.
Schulmeister: Wie? ein Stückfaß? und voll bis an den Rand?
Tobies: Schwappend voll, Herr Schulmeister!
Schulmeister: Jeder Zoll ein Schnaps! Ihr Sohn gehört zu den eminentesten Köpfen! Ich werde ihn nicht nur in die tiefsten Geheimnisse der Dogmatik, der Homiletik und der übrigen Nebenwissenschaften der Theologie einweihen, sondern ihn auch in den plastischen, idyllischen und mephytischen Hauptwissenschaften unserer Landprediger, als wie im Schweineschneidern, Kuhschlachten und Mistaufladen zu unterrichten suchen.
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Freitag, 05. März 2010
Kleine Kuchen #07 - Köstlichkeiten im Februar
Im Februar waren alle Weihnachtskalorien wieder vergessen und es wurde allerorten fröhlich gebacken. Und wo ich entscheidungsschwächelte - Vollwert oder Schokolade? -, zeigte sich bei den Eventbeiträgen ein klarer Trend zur Kakaobohne und ihren Erzeugnissen. Jetzt muss ich nur noch entscheiden, was ich zuerst nachbacke ... :-) Vielen Dank an alle TeilnehmerInnen!
Schwerpunkt im März: Vegane Kuchen für GenießerInnenOhne Lebensmittel tierischer Herkunft zu kochen, ist halbwegs einfach - das kann selbst deklarierten Carnivoren mal passieren. :-) Beim Backen ists schon schwieriger: Keine Sahne, das geht ja noch. Keine Butter - nun, es gibt Öl. Milch muss auch nicht immer sein, und so mancher Teig kommt ohne Eier aus. Aber wenn keine einzige dieser Zutaten in den Kuchen soll, wird das schon zur Herausforderung. Umso mehr, wenn das Ergebnis auch verwöhnte GenießerInnen überzeugen soll, ob sie nun VeganerInnen sind oder nicht. Möglich ist das, wie beispielsweise die leckeren Kuchen und Cupcakes bei vegan yumyum beweisen (schon die bezaubernden Knit Night Cupcakes gesehen?).
Traut sich wer? :-) Wenn nicht: Wie immer sind alle Arten von kleinen Kuchen willkommen, auch wenn sie nicht dem Monatsthema entsprechen. Berücksichtigt werden alle Beiträge, die bis zum letzten Sonntag des Monats einlangen: Das ist diesmal der 28. März.
Mini-Zebrakuchen Niedliche kleine Zebras sind unwiderstehlich. Dafür sorgt das Kindchenschema - und das wirkt auch bei Mini-Zebra-Kuchen: So klein! Ach, wie süß! Da muss mensch sich doch drum kümmern und sich seiner fürsorglich annehmen! :-)
Möhrchen-Kuchen Die Möhrchen, die im Teig stecken, sind nicht rauszuschmecken, aber natürlich trotzdem gesund. Statt in der kleinen Springform kann der Kuchen übrigens auch in Muffinförmchen gebacken werden, das ergibt dann ein halbes Dutzend.
Zupfkuchen Ganz ohne Puddingpulver aus der Tüte entsteht dieser Kuchenklassiker. Nebstbei kommt er auch schön schlank daher, mit wenig Fett und wenig Zucker. Sehr attraktiv, der Gute. :-)
Einsiedler Ofeturli Käsekuchen der pikanten Art wird im schweizerischen Einsiedeln gebacken. Das Besondere daran: Der Teig des mit Zwiebeln und Käse gefüllten Kuchens besteht aus geraspelten Pellkartoffeln. Das ist schnell gemacht und schmeckt ganz hervorragend.
Marmorierte Schokotarte Wer sich die Tarte mit heller und dunkler Schokocreme gönnen möchte, braucht den Backofen nicht anzuheizen: Diese Verlockung ist eine Kühlschranktorte mit Kekskrümelboden.
Oreo Cookie Cheesecake Wer die amerikanischen Kult-Kekse liebt und Käsekuchen mag, wird hier doppelt glücklich: Der Boden besteht aus - samt Füllung! - zerkrümelten Oreos. Was dann noch in der Packung ist, wird dekorativ auf der Quarkmasse verteilt - ungehemmtes Naschen führt zu nackigem Kuchen, also Obacht! :-)
Schokoladen-Möhren-Kuchen "Schokolade geht immer." Da kommt vermutlich kein Widerspruch auf, aber falls es wer doch nicht glaubt: Dieser Möhrenkuchen bestätigt die alte Volksweisheit. :-) Nebst dem Rezept für diesen schokoladig-saftigen Kuchen gibts bei Foodfreak auch eine Menge Links zu nicht ganz alltäglichen Möhrenkuchenrezepten.
Torte à la Tiramisu mit Orangennote In Form einer Torte zeigt sich das beliebte Dessert ganz besonders elegant - und luxuriös: Die Löffelbiskuits sind selbst gebacken, und das Aroma von Orangen sorgt für das gewisse Etwas.
Betty Bossis Mississippi Cake Angeblich kennen alle SchweizerInnen diesen Kuchen der geheimnisvollen Betty Bossi. Zeit für den Klassiker, den Rest des europäischen Kontinents zu erobern. Dort gibts zwar keine "Branchli", aber auch mit normaler Schokolade lässt sich ein feiner Mississippi Cake backen.
Engadiner Nusstorte So viele Nüsse! Und so hübsch verpackt. :-) Der Klassiker aus Graubünden wird hier übrigens in drei Größen angeboten: Im Rezept stehen die Angaben für eine 20er- und eine 24er-Form, und wer ein bisschen rechnet, kriegt die Mengen für eine kleine 14-cm-Form raus. Das nenn ich Service. :-)
Süße Polenta-Ecken Am allerbesten, weil am fluffigsten, sind die Polenta-Ecken in lauwarmem Zustand. Damit ergeben sie ein feines Dessert, für Schleckermäulchen vielleicht sogar ein süßes Hauptgericht. Aber sie sind auch kalt ziemlich lecker, das wurde von einer ausgewiesenen Feinschmeckerin bestätigt. ;-)
Zwei süße Sünden, ganz kleine nur - aber üppig. Wer das ganze sahnig-schokoladige Vergnügen allein genießen will, muss dafür doppelt Buße tun im Fitnesscenter. :-)
Vegane Schoko-Muffins Schokoladig, aber nicht zu süß, und mit Vollkornmehl und Getreideflocken richtig gesund: ideale Frühstücksmuffins. Wers nicht so vollwertig schätzt, backt die Teilchen einfach mit weißem Mehl.
Red Velvet Cupcakes, vegan Eigentlich wird dieser amerikanische Klassiker mit Buttermilch gebacken. Aber die Version mit Sojamilch und etwas Essig muss sich vor dem Original nicht verstecken, sondern ist auch schön saftig und locker. Und süß - wie immer bei amerikanischen Backrezepten kann die Zuckermenge beherzt reduziert werden.
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Dienstag, 02. März 2010
Angenähert: Römischer Einsiedler

Obwohl Kochsalat im alpenrepublikanischen Osten eine lange Tradtion als Beilagengemüse hat - besonders beliebt in der Kombination mit Erbsen -, ist er in den Stadtrandsupermärkten nur selten erhältlich. Zum Glück springen einige türkische Läden in die Versorgungbresche. Als der Gefährte das entdeckte, kannte er kein Halten und trug gleich eine große Tüte des raren Grünzeugs nach Hause. Dennoch liefen wir nicht Gefahr, einen Vitaminschock zu erleiden: Dank seiner ziemlich derben Blätter ist Kochsalat recht robust und kann gut einige Tage gelagert werden, weshalb ich ihn geruhsam nach und nach verarbeitete.
Der erste Römerkopf endete in einem Kartoffelkuchen nach Art des Herrn L. Den Einsiedler Ofeturli hatte ich schon am Tag seiner Veröffentlichung nachbasteln wollen. Indes fehlte es an Kartoffeln, und ohne diese wichtigste Ingredienz musste der Einsiedler erstmal in Warteposition. Diesmal waren Kartoffeln da, aber nicht alle Zutaten für die Füllung. Lauch, dachte ich, würde die Zwiebeln aber gut ersetzen, und den Platz des schon längst verzehrten Greyerzers könnte ein Eckchen Manchego einnehmen, und zu diesem wiederum müsste doch eigentlich der Kochsalat gut passen ... Und so war es auch. :-)
Im Anschnitt ist der Kuchen nicht so hübsch wie die Version von Herrn L.: Kein Maizena in der Füllung, dafür zusätzliche Flüssigkeit durch das Gemüse wirken sich nachteilig auf die Standfestigkeit des Einsiedlers aus. Aber letztlich kommts doch aufs Gleiche raus - Herr L. hat saftigen Salat extra dazu serviert, hierorts war er eben inbegriffen. :-)
Mit diesem Kartoffelteig als Umhüllung pikanter Kuchen haben sich die Schweizer Einsiedler was wirklich Feines einfallen lassen, das auch schnell gemacht ist, sofern (Pell-)Kartoffelreste auf Verwertung warten. Bei der Füllung kann mensch der Kreativität freien Lauf lassen, die klassische Zwiebel-Käse-Version wird hierorts aber auch noch probiert werden. Zur Nachahmung empfohlen! :-)
Kartoffelkuchen mit Kochsalat
Teig:
350 g Pellkartoffeln, kalt bzw vom Vortag, geschält
50 g Butter, sehr kalt bzw kurz tiefgekühlt
125 g Mehl
1 TL Salz
Füllung:
1 EL Olivenöl (oder Butter)
ca 100 g Lauch, feine Streifen
250 g Kochsalat, Stiele gewürfelt, Grün streifig geschnitten
1/4 Zitrone, geriebene Schale
Salz & Pfeffer, aus der Mühle
1 kleine Prise Muskat
2 Eier, Eigelb & Schnee
100 g Sahne
150 g Manchego, gerieben
Temperatur: 210 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 40 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gut gefettet
Kartoffeln und Butter reiben, mit Mehl und Salz zu einem festen Teig kneten. Etwas flachdrücken, in die Form geben und Boden und Rand (bis ganz oben) damit auskleiden. Bis zur Verwendung im Kühlschrank parken.
Für die Füllung Lauch im Fett bei moderater Temperatur gemächlich anschwitzen. Gewürfelte Salatstiele zugeben und mitdünsten, bis sie weich sind. Salatgrün zugeben und zusammenfallen lassen. Würzen, dann abkühlen lassen. Eigelbe mit Sahne verquirlen, Käse und Gemüse einmengen, zuletzt den Eischnee unterziehen.
Füllung in die vorbereitete Form gießen, glattstreichen und auf der untersten Schiene backen, bis der Kartoffelteig schön goldbraun ist.
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