Donnerstag, 29. September 2011

Einfaches Kürbis-Geschmurgel mit Ei


Kürbis mit Ei

"Habt keine Angst, Gemüse richtig weich zu kochen! Lasst euch von den Gesundheitsaposteln nicht um den Geschmack bringen mit diesen garstig ungaren Gemüsen. (Wenn knackig, dann lieber gleich roh – ist doch wahr)", war neulich bei Anonyme Köche zu lesen - und das war mir aber sowas von aus der Seele geschrieben! Nichts gegen knackiges Gemüse mit schön Biss im Salat, auf einer Rohkostplatte oder einfach zum Knabbern zwischendurch. Aber auf dem Teller mit der warmen Hauptmahlzeit hat sowas nix verloren. Mag natürlich sein, dass überzeugte Karnivoren, die Gemüse nur widerwillig als ärztlich verordnete Pflichtbeilage auf den Teller lassen, das anders sehen, und über Geschmack lässt sich sowieso nicht streiten - was dem einen sein blutiges Steak, ist der anderen ihr Schmorbraten. In der Low Budget-Küche kommt ja nun kein Fleisch auf den Tisch - aber das macht frau doch nicht zum Karnickel. Und deshalb wird Gemüse hierorts gern gemütlich geschmurgelt, so lange, bis der Gefährte sein Buch zuklappt und in die Küche tappst: "Mmmmmhhhmmm, was duftet denn hier so fein?" Eine Frage, die bei knapp bissfest gegarten Möhrchen nie zu vernehmen ist. ;-)

Diesmal wars Hokkaido-Kürbis, im Prinzip zubereitet wie von Claudio beschrieben, wenn auch mit längerer Garzeit ob der dicken Stücke. Nun tendiert der Kürbis ja ins leicht Süßliche, von daher war schon vorher klar, dass das Ei nicht optimal dazupassen würde - aber ich wollts doch unbedingt ausprobieren, es direkt auf dem Gemüse zu garen: In der Low Budget-Küche gibts keine Spülmaschine, und deshalb werden alle Ideen, die den täglichen Geschirrberg klein halten, dankbar aufgegriffen. :-)

Samstag, 17. September 2011

Paules Schuedi in der Ko(ch)lloquium-Variante


Schuedi - Hefebutterkuchen mit Vanillebirnen

Warum mir Paules Schuedi, immerhin schon vor zwei Monaten gebloggt, entgangen ist - keine Ahnung. Aber nicht immer bestraft das Leben die zu spät Kommenden: Gestern gabs bei G+ einen Hinweis auf eine Variante des großmütterlichen Kuchens. Ko(ch)lloquium hatte den Basis-Schuedi mit Birnen und Vanille angereichert - das wollte ich haben. Sofort. Es hat dann zwar doch noch bis heute Nachmittag gedauert, aber egal: Dieser Kuchen, dessen Name klingt wie ein Eulenruf mit Schluckauf, ist einfach nur großartig. Wir haben uns damit die Bäuche vollgeschlagen, als gäbs kein Morgen, und das Abendessen wird ausfallen müssen. :-) Unbedingte Nachback-Empfehlung!

Der Vollständigkeit halber: Beim Belag bin ich von Ko(ch)lloquiums Vorgehensweise ein wenig abgewichen: Meine Birnen waren noch nicht perfekt reif, sondern noch ein wenig hart. Deshalb hab ich erstmal die (halbe) Vanilleschote und das ausgekratzte Mark in zerlassener Butter ziehen lassen, während der Teig seine Aufgehrunde absolvierte, und dann die (gewohnheitsmäßig in Spalten geschnittenen) Birnen in einem kleinen Teil der Vanillebutter sanft vorgegart. Nachteil dieser Methode ist natürlich, dass die Birnen dann verflixt flutschig sind und es etwas Geduld braucht, um sie gleichmäßig am Teig zu arrangieren. :-)

Und weil meine 30er-Form anderweitig belegt war, ich aber nicht zwei kleine Kuchen backen wollte, hab ich die volle Teigmenge in eine 26er-Form gestopft. Dadurch ist der Schuedi ein wenig hoch geworden und die Backzeit hat sich auf 45 Minuten verlängert.

Dienstag, 13. September 2011

Ungeplanter Zwetschgenstrudel


Zwetschgenstrudel

Ursprünglich wollte ich schnell ein kleines Weißbrot backen. Dann entdeckte ich im Kühlschrank ein paar vergessene Zwetschgen, disponierte um auf Datschi und gab noch Zucker zum Teig. Als er ausgerollt war, fiel mir endlich das Missverhältnis zwischen Teig- und Obstmenge auf - die paar Zwetschgen reichten nicht annähernd. Da half dann nur noch Einrollen. :-)

Montag, 12. September 2011

Wassermelonen-Campari-Marmelade


Wassermelonen-Campari-Marmelade

Hier sollte der abschließende Powidl-Beitrag stehen - der harrt aber noch der Bebilderung. Fülle ich also die Leere einstweilen mit frischer Melonenmarmelade. Nix für Kinder, weil mit einem guten Schuss Campari abgeschmeckt - würde aber dank der hübschen Farbe auch alkoholfrei gute Laune machen. :-)

Samstag, 10. September 2011

Weintraubenmarmelade


Weintraubenmarmelade

Zwischendurch ein kleiner Schlenker von Zwetschgen zu Trauben. Da hatte ich beim letzten Einkauf diese kleinen kernlosen türkischen Dinger eingepackt, die wir so gern im Müsli mögen. Dachte ich. Klein waren die Beeren zwar, winzig klein sogar. Aber mit riesengroßen Kernen drin, mehr Kern als Beere. Mäßig vergnüglich zu naschen, und im Müsli nervig ohne Ende. Dafür geschmacklich grandios, süß duftend und wunderbar würzig. Aus dem letzten halben Kilo hab ich Marmelade gemacht - Spritzer Zitrone, halbes Päckchen Pektin, drei Esslöffel Zucker: ein Gedicht. Da geht am Frühstückstisch die Sonne über pannonischen Weingärten auf. :-)

Montag, 05. September 2011

Unterwegs zum Powidl (IV)


Powidl: der Löffeltest :-)

In der Low Budget-Küche, das muss auch mal gesagt werden, wird serviceorientiert agiert. Und so bedachte ich am Wochenende, dass, wer noch nie Powidl gekostet hat, vermutlich nicht gleich mit vier oder fünf Kilo Zwetschgen einen ersten Versuch starten will. Aber kleinere Mengen, so schrieb ich im ersten Teil dieser kleinen Serie, lohnen kaum: Die Ausbeute ist ziemlich mager, mehr als ein Drittel der Ausgangsmenge kriegen Sie nicht raus, eher weniger; und bei so kleinen Mengen im Topf müssten Sie - abhängig davon wie gut bzw schlecht ihre Kochstelle sich auf kleiner Stufe regeln lässt - auch verflixt gut aufpassen, dass die Geschichte nicht anbrennt.

Aus dieser Zwickmühle aber führt doch ein Weg hinaus. Zumindest für Leute, die nicht an Mikrowellen-Phobie leiden. Zu denen zähle ich nicht, und so habe ich gestern mithilfe dieses Geräts testweise etwa 300 Gramm Zwetschgen in exakt 59 Gramm tadellosen Powidl verwandelt. :-)

Für die Zubereitung in der Mikrowelle bin ich von meiner üblichen Vorgehensweise insofern abgewichen, als ich die Früchte vor dem Garen püriert habe. Dieser Brei wurde in eine flache Glasform gefüllt und erstmal bei 600 Watt kurz aufgekocht - zugedeckt, um Schweinereien vorzubeugen. ;-) Dann einmal umgerührt und offen auf niederer Stufe weitergegart - erst bei 200 Watt, das kam mir aber doch zu viel vor, weshalb ich nach einer Viertelstunde auf 100 Watt reduziert habe. Mit gelegentlichem Umrühren hats so an die anderthalb Stunden (ich hab nicht genau auf die Zeit geachtet) gedauert, bis der Powidl den Löffeltest (*) bestanden hat. Für dessen fotografische Dokumentation hab ich keine Verrenkungen und Mühen gescheut, sogar einen Faden um den Löffel geflochten, damit keine Zweifel aufkommen, wo oben und wo unten ist. :-)

Wenn Sie so eine kleine Menge zubereiten, dann vermutlich zum sofortigen Verzehr. In dem Fall muss der Powidl natürlich nicht so stark eindicken, sondern nur bis zu der Konsistenz, die für den jeweiligen Verwendungszweck gewünscht ist - gut streichfähig als Brotaufstrich, etwas fester zum Füllen von Mehlspeisen. Gewürze und Zucker erst am Schluss zugeben, sonst ists leicht mal des Guten zu viel, weil der starke Wasserverlust ja den Geschmack konzentriert und intensiviert.

Nächstes Mal ist dann aber wirklich die klassische Zubereitung im Kochtopf dran. ;-)


(*) Powidl ist fertig, wenn ein reingesteckter Löffel nicht umkippt. Besser noch: wenn der Löffel auch an seiner Position bleibt, wenn das Gefäß gekippt wird. ;-)