Dienstag, 22. Mai 2012

Käsekuchen mit weißen Schokostückchen & Kirschen in Holunderblütensirup


Käsekuchen mit Kirschen

Frau Salzkorn wollte wissen, was aus den frischen süßen Kirschen wurde, die ich gestern vom Markt heimtrug: Die meisten hab ich einfach so gegessen. Glück pur. :-)

Ein knappes Viertelkilo vom frühsommerlichen Luxus blieb aber übrig und sollte angemessen dekadent verwertet werden. Kurzes Pochieren in Sirup schwebte mir vor, natürlich ohne die üblichen Gewürze wie Nelken oder Zimt, wir sind ja nicht am Weihnachtspunschstand hier. Es traf sich günstig, dass noch ein Rest Holunderblütensirup vom Vorjahr vorhanden war, der musste ohnedies weg, schließlich steht der Holler grad in voller Blüte, und der Nachschub braucht Platz im Vorratsschrank. Und dazu Eiscreme? Oder Joghurtmousse? Ach nein. Für die wunderbarsten aller Früchte musste als würdige Begleitung doch mindestens der perfekte Käsekuchen gebacken werden. :-)

Was eine Herausforderung war. Ich backe zwar häufig Käsekuchen, und die sind immer lecker, aber perfekt nur aus Zufall, denn das läuft Pi mal Daumen. Quark als Basis, dazu allenfalls Philadelphia, Mascarpone, Ricotta, Sauerrahm, Joghurt oder Buttermilch, was grad da ist. Mehl oder Stärke nur, wenn ich an den Eiern spare. Den Quark abtropfen zu lassen, fiele mir im Traum nicht ein, eher gebe ich noch extra Flüssigkeit zu, wenn mir die Masse zu fest erscheint. Der einzige echte Fixpunkt ist die Behandlung der Eier: die werden immer getrennt und das Eiweiß zu cremigem, weichem Schnee geschlagen - nicht schnittfest, denn meinem Eindruck nach neigt die Käsemasse dann nämlich eher dazu, traurig zusammenzusacken. Natürlich: Ein bisschen sinkt so ein Käsekuchen immer ein. Das soll ja aber auch so so sein - ein Käsekuchen mit Kuppel sähe doch geradezu unnatürlich aus, das ist ja kein Soufflé. Und ein abschließender Belag aus beispielsweise Beeren oder, wie hier, Kirschen wäre keiner, sondern würde einfach runterkullern. :-)

Käsekuchen mit weißer Schokolade & Kirschen

Aus Sicht der Hüften ist dieser Käsekuchen alles andere als perfekt, aber der Gaumen weiß es besser: flaumig-lockere Masse mit weißen Vanilleschokostückchen drin, dazu die knapp pochierten Kirschen mit dem duftenden Hollerblütensirup - so ein Käsekuchen macht den Dienstag zum Sonntag. :-) Und ist damit ein Kandidat für den Käsekuchen-Event im kulinarischen Wunderland von Alice. Und ganz nebenbei ist er noch ein kleiner Kuchen, also von den Kalorien her letztlich doch zu vernachlässigen. :-)


Käsekuchen mit weißer Schokolade & Kirschen

Boden:
200 g Mehl
100 g Butter
70 g Buttermilch
15 g Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Prise Natron

Fülle:
325 g Doppelrahmfrischkäse
175 g Quark
50 g weiße Schokolade
2 Eier, getrennt
45 g Zucker
1 Prise Salz

Außerdem:
250 g Kirschen, entsteint
4-5 EL Holunderblütensirup oder -gelee
3-4 EL Wasser
evt ein paar Tropfen Zitronensaft

Temperatur: 200 bzw 170 Grad, Heißluft
Backdauer: 10 bzw 45 Minuten
Form: Springform, 18 cm

Für den Boden die trockenen Zutaten mit der Butter in der Küchenmaschine fein verkrümeln, dann die Buttermilch zugeben und alles eben zusammenkommen lassen. Auf die Arbeitsplatte kippen und mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten. Mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank parken. Etwas mehr als die Hälfte vom Teig ausrollen, den Boden der Springform damit belegen, mehrfach mit einer Gabel einstechen und ca 10 Minuten bei 200 Grad Heißluft vorbacken.

Philadelphia und Quark verrühren. Schokolade in sehr kleine Stückchen brechen. Eiklar mit Salz zu cremigem Schnee schlagen, der gerade anfängt, weiche Spitzen zu bilden.

Eigelbe mit Zucker weißcremig rühren, Käsemischung etappenweise zugeben und gut verrühren. Schokostückchen einrühren und dann auf zwei Mal den Eischnee unterziehen.

Restlichen Teig ausrollen, in Streifen (so breit wie der Springformrand hoch ist) schneiden und den Rand der Form damit auskleiden. Dabei auch eventuelle Lücken schließen, falls sich der Boden beim Vorbacken etwas zusammengezogen hat. Käsemasse einfüllen, glattstreichen und bei ca 170 Grad Heißluft backen. Der Kuchen ist fertig, wenn die Käsemasse am Rand fest, in der Mitte aber auf Fingerdruck noch nachgiebig ist und die Oberfläche erste ganz kleine Risse zeigt. (Im Zweifel lieber bei geringerer Temperatur backen und erst am Ende allenfalls kurz hochschalten, falls eine goldbraune Oberfläche gewünscht ist.)

Für den Belag Sirup und Wasser aufkochen. Kirschen zugeben und unterm Siedepunkt kurz ziehen lassen - die Früchte sollten durch und durch heiß sein, aber nicht zu Kompott garen oder gar runzlige Schalen kriegen. Kirschen herausheben und die Flüssigkeit auf Sirupkonsistenz einkochen. Abkühlen lassen und erst unmittelbar vor dem Servieren auf dem ebenfalls abgekühlten Kuchen verteilen und mit dem Sirup begießen.

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4 Kommentar(e):

grain de sel meint:

Dieses Foto, wie diese Kirsche auf der Spitze des Kuchens balanciert bringt mich kulinarisch Hochaffine zum Seufzen.

Verführung pur!

Karluso meint:

Hmmm, sind das alles leckere Rezepte in deinem Blog und tolle Fotos dazu! Da werd ich doch öfter mal gucken...

Alice meint:

Bikinisaison? Neee kenn ich ned ;) - da nehm ich doch lieber 2 Stückchen von diesem tollen Kuchen!

Die Kirschen mit Holunderblütensirup find ich als Topping auch sehhr interessant! Ist notiert!

Vielen lieben Dank fürs Mitmachen!
Liebe Grüße
Alice

Hedonistin meint:

@Frau Salzkorn - Und sie war eine talentierte Kuchenspitzentänzerin, die Kirsche, sie ist nicht runtergeplumpst. :-)

@Alice - Ich hatte befürchtet, die Kirschen könnten das Holunderaroma komplett überdecken, aber es hat sich gut behauptet.