Samstag, 14. November 2009

Das Wort zum Wochenende: Schinkensemmel

 

Im Hause des Juweliers bekam er jeden Tag weißen Kaffee mit Haut und eine Schinkensemmel und jeden Monat ein Honorar. Es waren die Grundlagen seiner materiellen Existenz.

Joseph Roth: Das Spinnennetz


Mittwoch, 11. November 2009

Anhaltende Frische



Frischfleisch, zukunftsweisend

Da sag noch wer, die heimische Wirtschaft sei nicht zukunftsorientiert: Da liegt heute schon im Kühlregal, was morgen erst produziert wird. :-)

(Etwas anderes als ein unbeabsichtigtes Versehen will ich dem Supermarkt natürlich nicht unterstellen, der am 11.11. Hackfleisch mit dem Herstellungsdatum 12.11. anbietet. Dass der Fehler es rein theoretisch ermöglichen würde, unverkaufte Packungen morgen nochmal feilzubieten, und das ganz ohne Umetikettierungsaufwand, ist wirklich nur allergraueste Theorie. Schließlich käme doch kein Supermarktbetreiber auf die Idee, die Vorschriften zum Verfallsdatum zu missachten.)

Montag, 09. November 2009

Murks: Kartoffel-Maroni-Püree



Kartoffel-Maroni-Püree

Das Rezept war so simpel - Milch&Sahne mit Maroni pürieren, mit den Kartoffeln mischen, würzen mit Salz, Muskat & Zitronenschale: Ich kam gar nicht auf die Idee, dass sich daran etwas vermurksen ließe. Aber irgendwie hab ichs doch geschafft und statt Kartoffelpüree zähen Kleister produziert. Was bei noch leicht stückig gestampften Kartoffeln schon fast wieder eine Leistung ist. :-)


Samstag, 07. November 2009

Das Wort zum Wochenende: Kühlschrank

 

"Ein Affe", wiederholte Barnabas.

"Ich hab ihn mit einer Banane hereingelockt und hinter ihm das Fenster zugeknallt, da geriet er in Panik und fing an zu kreischen und herumzutoben, und auf der Küchentheke standen ein paar schmutzige Teller, außerdem mein Kaffeebecher und - dies und das. Er ist auf den Kühlschrank gesprungen. Du erinnerst dich doch noch an die große Glasschüssel, die ich dort aufbewahre? Das Klirren hast du wahrscheinlich gehört. Ich dachte, es wäre besser, wenn ich ihn sich erst mal beruhigen lasse."

Marianne Macdonald: Unsaubere Geschäfte


Montag, 02. November 2009

Kleine Kuchen #04 - Birnen & andere Köstlichkeiten im Oktober



 
Ein Round-up wie der ÖPNV: heillos verspätet, dafür aber proppevoll. :-) Voll mit wunderbaren Rezepten nämlich. Birnenkuchen scheinen doch beliebter zu sein, als die Allgegenwart des Apfelkuchens in Backbüchern vermuten ließe. Wer sich also mal dran versuchen will, findet hier eine Fülle von Anregungen und erprobten Rezepten. Danke an alle, die dazu beigetragen haben!

Monatlicher Blog-Event bei Low Budget Cooking: Kleine Kuchen Schwerpunkt im November: Nüsse

Meine Sache sind sie nicht, aber dieser Event soll ja nicht nur meine Vorlieben bedienen. :-) Und wenn Weihnachten in Sichtweite rückt, sind die kleinen Energiepakete spätestens beim Plätzchenbacken nahezu unverzichtbar. Es darf also in Nüssen geschwelgt werden - und nicht bloß kleckerweise, bitte! Ein Löffelchen geriebene Mandeln im Mürbteig ist zu wenig. Wenn schon, denn schon. :-)

Um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen: Gemeint sind Nüsse im kulinarischen Sinne. Was immer die Botanik sagt: Erdbeeren gelten trotzdem nicht, hingegen sind Mandeln, Pistazien und dergleichen Nüsse im Sinne dieses Events. :-) Dass auch alle anderen, also nussfreien kleinen Kuchen herzlich willkommen sind, muss ich nicht eigens betonen, oder? ;-)

Berücksichtigt werden alle Beiträge, die bis zum letzten Sonntag des Monats einlangen: Das ist diesmal der 29. November.





Runde Form, 15 cm

Birnen-Ingwer-Pie
Klassisch, schlicht und immer wieder ein Genuss ist die Kombination von Birnen und Ingwer, der hier in kandierter Form Verwendung findet. Zusätzliche Gewürze sind natürlich möglich, aber gewiss nicht nötig. Schmeckt am besten warm!


Runde Form, 18 cm

Schoko-Birnen-Kuchen
Köstlich ist dieser kleine Kuchen immer, am allerbesten schmeckt er allerdings lauwarm. Beim Nachbacken nicht irritieren lassen: Der Teig ist zuerst krümelig, dann ziemlich flüssig - aber der Aufenthalt im Backofen verwandelt ihn in einen schön lockeren und saftigen Kuchen.

Birnen-Preiselbeer-Kuchen
Doppelt fruchtig ist dieser Rührteigkuchen: Ein Belag aus Preiselbeeren bildet einen herb-frischen Gegenpol zum süßen Innenleben aus leicht karamellisierten Birnen.

Himbeer-Schokoladenkuchen
Himbeeren + Schokolade = köstlich! Hier als locker-leichte Versuchung, die aus einer unerwartet großen Ernte an Herbst-Himbeeren entstand. Beim Nachbacken bitte nicht gleich 5 Eier trennen: Die Mengenangaben für die kleine Version des Kuchens stehen am Ende des Rezepts. :-)

Marroni-Kuchen
Eidgenössissche Esskastanien sind Zungenverzwirbler. NichtschweizerInnen können beim Genuss dieses Kuchens ihr begrenztes R-Repertoire aber gut überspielen - mehr als den ersten Marroni-Buchstaben brauchts nicht: Mmmmmmmhhh! :-) Beim Nachbacken aber besser aufpassen als ich: Die Milchmenge ist in Dezilitern angegeben. ;-)
lamiacucina  ]

Zwetschgen-Ricotta-Kuchen
Für vier Personen erwies sich dieser kleine Kuchen als fast zu klein. Was keine große Überraschung gewesen sein dürfte: Zwetschgen-Ricotta-Füllung und eine Streuselschicht mit Amarettini und Pistazien - wer würde da nicht artig um ein zweites, großes Stück bitten?

Kleiner Schokoladen-Kaffee-Guglhupf
Brownies müssen nicht immer eckig sein: Auch in Guglhupfform sind sie schick. Sehr saftig, sehr schokoladig, mit Orangenschale und Muskat abgeschmeckt - glücklich machend. :-)


Runde Form, 20 cm



Aus 1 mach 3: Wenn drei Foodies nach einem Rezept Kuchen backen und vom Ergebnis angetan sind, ist es zweifellos empfehlenswert. NachbäckerInnen haben die Wahl:

Birnen-Polenta-Kuchen I
... mit Dinkelmehl und Knusperkaramell aus Rohrzucker.
Birnen-Polenta-Kuchen II
... mit frischen Birnen gebacken und mit Vanille-Sahne veredelt.
Birnen-Polenta-Kuchen III
... mit Dosenfrüchten gebacken. Weißwein im Teig gibt den nötigen Spritzer Säure.

Birnen-Kokos-Kuchen
Sieht aus wie eine XXXL-Kokosmakrone, ist aber Rührteig mit Buttermilch und Vanille. Darauf Gellerts Butterbirnen (ruhig in großzügiger Menge), und zum Abschluss der Überzug aus Kokosraspeln: Da können die kleinen Kokosmakronen noch was von lernen. :-)
CorumBlog  ]

Birnen-Käse-Kuchen
Die Haltbarkeit dieses Kuchens ist eng begrenzt: Allein die cremige Mascarpone-Quark-Füllung ist eine Versuchung, dazu saftige Birnen und knusprige Streusel - da hätten nur strengste AsketInnen die Chance auf Widerstand. :-)

Schoko-Mohn-Kuchen mit Birne
Birnen. Mohn. Schokolade: Daraus lassen sich wunderbare Geschmackspärchen bilden. Aber wer sich nicht entscheiden kann, backt einfach einen flotten Dreier. Wahlweise in einer 20er- oder in zwei 12er-Formen.

Birnen-Käsekuchen mit Schokokeksboden
Nach unzähligen Versuchsreihen ist sie endlich gefunden: die ideale Quarkmasse für Käsekuchen, cremig und saftig. Ein Tick Joghurt ist das Geheimnis.

Pflaumen-Streusel-Kuchen
Geplant war es nicht, dass dieser Kuchen eine so dicke Schicht Streusel erhalten sollte - aber stemme sich mal wer gegen die strenge lenkende Hand des Schicksals! Das weiß nämlich, was gut ist! :-)

Mini-Zebrakuchen
Immer wieder nett anzusehen ist so ein Marmorkuchen mit Safarimuster. :-) Dieser ist zudem ganz besonders saftig geraten - obs am Eischnee lag? Ausprobieren!

Zitronen-Schoko-Kuchen
Wenn ein Kuchen sich als Geburtstagskuchen qualifizieren und immer wieder gebacken werden will, muss er ziemlich lecker sein. Was bei der Kombination von Zitrone und Schokolade fast unvermeidlich ist. :-)


Eckige Form

1/2 Backblech



Aus 1 mach 3: Der großartige Butterkuchen à la Café Gnosa, flaumig und saftig, lässt Spielraum für Abwandlungen und macht NachbäckerInnen die Wahl zur angenehmsten Qual. :-)

Butterkuchen mit Mandeln
... die klassische Version mit üppig Butter und Sahne: verlockendstes Hüftgold! :-)

Butterkuchen mit Birne
... fruchtige Variation des Basisrezepts mit Birne statt Mandeln.

Butterkuchen mit Apfel
... figurfreundiche Version, die dank saftigem Apfel ohne Sahne auskommt.

Birnenstrudel
Mit fertigem Blätterteig im Handumdrehen gemacht und mit Eiscreme zu einem Tässchen Espresso serviert: So werden trübe Herbsttage zum Vergnügen. :-)


Kastenform, 20 cm

Mini-Zitronenkuchen
Unter erschwerten Bedingungen (fremder Backofen!) und besonderem Leistungsdruck (Geburtstagskuchen!) gebacken - und perfekt gelungen. Kann es einen besseren Qualitätsbeweis für ein Kuchenrezept geben?


Kastenform, 15 cm

Früchtebrot
Nebst Kletzen (Dörrbirnen) finden sich noch allerlei andere Arten von Trockenobst und Nüsse satt in diesem Früchtebrot. Wär da nicht das Roggenmehl, gings glatt als großer Müsliriegel durch. :-)


Muffins, Cupcakes & Tartelettes:

Schnelle Birnentörtchen
Keine Ausreden mehr, warums zum Kaffee keinen Kuchen gibt: Denn noch schneller und einfacher gehts wirklich nicht. Blätterteig, Birne, Butterflöckchen und Zimtzucker verwandeln sich in 20 Minuten in eine feine Leckerei.

Mandelkuchen mit Vanille-Birnen
Glückliche Birnen, die eine Nacht lang in duftendem Vanille-Sirup baden und sich anschließend in einem Bett aus Mandelteig räkeln dürfen. Und noch glücklicher, wer diese feinen Tartelettes angeboten bekommt. :-)
Einfach Guad  ]

Mini-Quiches mit Birnen und Parmaschinken
Birnen & Käse - diese klassische Kombination überzeugt auch in gebackener Form. Mit Parmaschinken als i-Tüpferl sind die kleinen Teilchen unverschämt lecker und uneingeschränkt zu empfehlen.




Tipps & Tricks:


"Soll doch Excel rechnen!", meint Alex von AlleKochen.com und stellt ein hilfreiches Tool bereit: Sein Kuchenform-Umrechner erspart beim Umgang mit der Kreiszahl Pi den Daumen und liefert auch viel exaktere Ergebnisse als dieser. :-)


Claudia von Fool for Food hat den Taschenrechner arbeiten lassen. Das Ergebnis ist eine übersichtliche Liste der Umrechnungsfaktoren für gängige Backformgrößen.




Sonntag, 01. November 2009

Angenähert: Saftiger Maroni-Kuchen mit Maroni-Ganache

 
Sehr saftiger Maronikuchen

Immer wieder mal wird in deutschsprachigen Blogs über die amerikanischen Cup-Maße geklagt, und die Mühen, sie auf gewohnte und vertraute Mengenangaben umzurechnen. Aber warum in die Ferne schweifen? Exotische Messgrößen liegen so nah: Im Land der Alphörner werden Flüssigkeiten zwar nicht in selbigen, aber in Dezilitern gemessen, was auch ziemlich schräg ist. Wer rechnet denn mit sowas? Die durchschnittliche Mitteleuropäerin jedenfalls nicht. Die liest die Zahl 0,25 in Kombination mit dem Wort Milch ganz unausweichlich als 1/4 Liter Milch. Und schüttet eben diese Menge in den Teig für jenen eidgenössischen Maroni-Kuchen, dessen Rezept bloß nach 0,25 dl Milch verlangt hatte. Was der genannten Mitteleuropäerin aber erst auffiel, nachdem sie die Form mit dem höchst flüssigen Teig ins Rohr geschoben hatte und dann nochmal ins Rezept guckte, denn: "Komisch, dass Hr.L. gar nicht erwähnt hat, was für ein dünnes Süppchen dieser Teig ist ..." :-)

Glücklicherweise richtete die Überdosis Milch keinen allzu schlimmen Schaden an. Der Kuchen war zwar mehr als nur schön saftig, er war so supersaftig, dass er sich schon hart an der Grenze zur Klitschigkeit bewegte - sie aber nicht überschritt. Was von den Aufnahmekapazitäten der EsserInnen nicht gesagt werde kann: Die schafften zu zweit an einem Tag mit Müh und Not die Hälfte des Kuchens. Maroni, Sahne und Schokolade läppern sich doch zu erheblicher kalorischer Macht. :-)

Was sich als Glück erwies: Denn am zweiten Tag war dieser Kuchen perfekt. Offenbar haben die Maroni - bekanntlich eine trockene Angelegenheit, die bei purem Genuss nach Zufuhr stürmischer oder federweißer Flüssigkeit verlangt - sich an der Milch bedient. Der Kuchen war nicht mehr super-, sondern genau richtig saftig, und die Maronischeibchen desgleichen, weder trocken noch ledrig. Was danach noch von der Überdosis Milch geblieben war, hatte sich am Kuchenboden abgesetzt. Diese zwei Millimeter sichtbarer Feuchte könnte frau als Symptom für Murks betrachten - ich sag jetzt aber einfach: Das muss so sein. Das ist das Erkennungsmerkmal eines perfekten Maronikuchens. Maronikuchen ohne zwei Millimeter Bodenfeuchte ist nicht richtig gelungen. Der braucht das. Sonst würde oben die Schokolade verwelken. :-)

Dennoch, etwas weniger Flüssigkeit wäre besser. Gerade so viel weniger, dass frau die Springform nicht mit Alufolie abdichten muss. Ich denke, beim nächsten Mal werde ichs mit 150-200 ml versuchen (ist schon so im Rezept notiert), ein Teil davon vielleicht als Sahne - Hüftgold ist der Kuchen ja sowieso. ;-)

Die viele Milch hat übrigens zu einer weiteren Änderung am schweizerischen Rezept geführt: Ich fand, sie könnte sich gewürztechnisch nützlich machen, hab sie mit einer halben Vanilleschote aufgekocht und die Maroni darin ziehen lassen. Das Lebkuchengewürz hab ich dafür gestrichen - noch bin ich nicht in Weihnachtsstimmung. :-) Die überzähligen Maroni, bei Hrn.L. glasiert auf den Kuchen gewandert, haben hierorts in einer Ganache Unterschlupf gefunden. Feine Sache, die sich auch zu Kugeln gerollt als Leckerchen gut machen dürfte. Dann aber mit einer guten Prise Meersalz, nicht zu fein gemahlen, ergänzt.

Maronikuchen

Maronenkuchen mit Maronen-Ganache

Teig:
150-200 g Milch [evt 1/3 davon Sahne]
1/2 Vanilleschote, Mark ausgekratzt
1 Prise Salz
100 g Maroni, gegart
1 Ei
50 g Zucker
50 g neutrales Pflanzenöl
75 g Mehl
3/4 TL Backpulver

Ganache:
50-75 g Sahne
50 g Schokolade, 75%
25 g Maroni, zerkrümelt

Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gefettet

Die Hälfte der Maroni für den Teig in Scheibchen schneiden, den Rest zerbröckeln.

Milch mit Vanilleschote, -mark und Salz aufkochen. Maroni-Bröckchen zugeben, Platte abschalten. Ziehen lassen, bis die Milch abgekühlt ist. Vanilleschote entfernen, Kastanien pürieren.

Ei mit Zucker verquirlen. Erst mit Öl, dann mit der Kastanienmilch gut verrühren. Mehl mit Backpulver in eine Schüssel sieben, die Milchmischung zugießen und glattrühren. Teig in die Form füllen, Maronischeibchen darauf verteilen. Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf ein Gitter stürzen (das bringt die beim Backen untergegangenen Maronischeibchen wieder nach oben :-) ) und abkühlen lassen.

Für die Ganache die Sahne aufkochen. Restliche Kastanien zugeben und pürieren. Zerbröckelte Schokolade zugeben, 3 Minuten stehen lassen, dann glattrühren. Über den Kuchen gießen. Einen Tag Geduld haben, dann erst genießen. :-)

Samstag, 31. Oktober 2009

Das Wort zum Wochenende: einkaufen

 

Auf dem Rückweg machte ich einen Abstecher zum Ocean Boulevard und kaufte mir Sonntagszeitungen. Schnell unter die Dusche, dann untersuchten Boyd und ich Petes Lebensmittelvorräte.

Sechsmal Aufschnitt, vier Käsesorten, süße und Dill-Pickles, Weizen-, Roggen- und Zwiebelbrot. Kraut- und Kartoffelsalat und mehr Pommes als eine Frittenfabrik.

Pete hatte so seine Fehler, aber einkaufen konnte er.

Kathy Reichs: Hals über Kopf


Freitag, 30. Oktober 2009

Kleine Birnenkuchen mit Olivenöl

 
Pear Upside Down Cake with Olive Oil

Eigentlich sollte das Oktober-Round-up des Kleine-Kuchen-Events schon längst online sein. Aber die Blogsoftware zickt und trotzt und macht auf Suppenkaspar: "Nein, deine vielen Links schluck ich nicht!" Ich hoffe, das dumme Ding bis zum Wochenende Mores lehren zu können, und bitte bis dahin um Geduld. Falls jemand noch ein Rezept für Oktober einreichen möchte - nur zu! :-)

Meine heutige Backaktion war eigentlich auch als Event-Beitrag gedacht - aber der Teig hat für mehr Kuchen gereicht, als ich geschätzt hatte. Sechs Ramequins statt der geplanten vier wurden es, der Teig hätte aber locker auch für acht Förmchen gereicht. Das hätte dann, weil nicht so hoch, auch besser ausgesehen. Geschmacklich hat das Backwerk aber die Erwartungen erfüllt. Das Olivenöl, das trotz der relativ großen Menge nicht vorschmeckt, kitzelt das volle Aroma aus den Birnen raus. Die kleinen Kuchen sind fruchtig-würzig und wunderbar saftig. In der Konsistenz zwischen Clafoutis und "richtigem" Kuchen angesiedelt, lassen sie sich lauwarm oder bei Raumtemperatur (da sind sie fast noch besser) genießen und taugen als Dessert genauso wie zum Nachmittagskaffee.

Pear Upside Down Cake with Olive Oil

PS: Beinah hätt ichs übersehen - der aktuelle Event im Kochtopf hat Oliven und Olivenöl zum Thema. Glücklicher Zufall - da sind meine kleinen Birnenkuchen ja doch eventtauglich. :-)

Kleine Birnenkuchen mit Olivenöl

2 große Birnen, schön reif und saftig
1 EL Butter
4 TL Vanillezucker
1/2 Zitrone, Saft & geriebene Schale
150 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Hauch Zimt, gemahlen
2 Eier
125 g Joghurt, 10%
90 g Olivenöl

Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: 20-25 Minuten (je nach Füllhöhe)
ergibt: 6-8 Ramequins

Birnen schälen. Die "Bäuche" in je 3-4 zentimeterdicke Scheiben schneiden, Kerngehäuse entfernen. Den Rest fein würfeln und in Zitronensaft wenden. Vanillezucker in Butter nicht zu dunkel karamellisieren. Birnenscheiben zugeben und je nach Reife nur kurz durchschwenken oder 2-4 Minuten garen. Flüssigkeit in die Förmchen verteilen, Birnenscheiben einlegen. Leicht abkühlen lassen, unterdessen den Teig bereiten.

Mehl mit Zimt, Salz und Backpulver in eine Schüssel sieben. Eier zuerst mit Zucker und Zitronenschale, dann mit Joghurt und Olivenöl gut verrühren. Zum Mehl gießen und glattrühren. Birnenwürfel untermengen. Teig in die Förmchen löffeln und aufklopfen, damit er sich verteilt. Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. Mindestens 15 Minuten in den Förmchen abkühlen lassen, dann erst stürzen. Lauwarm oder bei Raumtemperatur genießen.

Montag, 26. Oktober 2009

Brokkoli mit Kichererbsen

 
Broccoli and Chickpeas

Traditionell wird am alpenrepublikanischen Selbsthuldigungstag fit zur Bewunderung von teurem Kriegsgerät marschiert und hernach deftige Stärkung aus Gulaschkanonen entgegengenommen. Unsereins schlendert lieber gemütlich im herbstlichen Nieselnebel mit Herrn Hund durch den Park, beguckt friedlich die Eichkätzchen und labt sich anschließend mit knoblauchgewürztem Fastfood, worauf Feinde sich freiwillig fern halten. :-)

Brokkoli mit Kichererbsen

1 große Dose Kichererbsen, abgetropft
1 rote Paprika, gewürfelt
2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Lorbeerblatt, frisch
500 g Brokkoli
Olivenöl
Chiliflocken
Salz & Pfeffer, aus der Mühle
Grana, frisch gerieben

Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 20-25 Minuten

Kichererbsen und Paprika in einer Auflaufform mit Knoblauch, Lorbeer, Salz und großzügig Olivenöl vermengen. Backen, bis die Kichererbsen hübsch goldbraun sind.

Unterdessen Brokkoli in Röschen teilen und den dicken Strunk in dünne Scheiben schneiden. Beides in Salzwasser bissfest garen, dann abgießen und mit den Kichererbsen vermengen. Mit Pfeffer und Chiliflocken abschmecken und mit Grana bestreut servieren.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Angenähert: Kleiner Schokoladen-Kaffee-Guglhupf

 
Chocolate Coffee Bundt Cake

Welch unterschiedliche Reaktionen doch ein Kuchen hervorrufen kann: Jauchzender Jubel und seliges Seufzen waren in der Low Budget-Küche zu vernehmen, während andernorts bloß lakonisch konstatiert wurde, dass Schokoladenliebhaber auf ihre Kosten kämen. Ein Fazit, das ich ob seiner diskret zurückhaltenden Formulierung zunächst glatt übersehen habe. Zum Nachbacken motivierte mich der Hinweis auf den flüssigen Teig - einen solchen hatte ich ja schon beim Zebrakuchen schätzen gelernt. Dieser Teig ist noch um einiges dünner - frau möchte kaum glauben, dass so ein Süppchen sich tatsächlich in Kuchen verwandeln kann. Kanns ja auch nicht wirklich: Was aus dem Ofen kam, war kein Kuchen, sondern Guglhupf gewordenes Schokoladenparadies. :-)

Das Originalrezept erfuhr hierorts einige Abwandlungen - als Flüssigkeit kam nur Kaffee in den Teig, gewürzt wurde mit Muskat und Orangenschale - und wurde zudem halbiert, womit es genau eine 22er-Guglhupfform füllte. Die Zuckermenge habe ich noch drastischer reduziert als Petra (und fand es genau richtig so), und hab etwas mehr Mehl verwendet als sie: denn wie locker ich es auch siebe und aufplustere, unter 150 Gramm je Cup komme ich nicht weg.

Von der Konsistenz her erinnert der Kuchen, wie auch Petra schreibt, an Brownies, ist aber in meiner Version - mit relativ wenig Zucker, ohne Likör und ohne extra Schokostückchen - nicht allzu mächtig: Da kann frau sich durchaus mehr als ein Stück gönnen, ohne ermattet aufs Sofa zu sinken. Sind bei so einem kleinen Kuchen ja ohnedies nur ganz kleine Stückchen. :-)

Chocolate Coffee Bundt Cake

Kleiner Schokoladen-Kaffee-Guglhupf

240 g starker Kaffee, heiß
45 g Kakaopulver
110 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
1 guter TL Orangenschale, fein gerieben
    [die Angabe ist ein Schätzwert: mangels Bio-Orange
    habe ich 1/2 Pk Finesse von Dr.Ö. verwendet]
1 kräftige Prise Muskat
150 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1/4 TL Salz

Temperatur: 160 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 45 Minuten
Form: Guglhupf, 22 cm, gefettet

Kakao mit Kaffee klümpchenfrei verrühren, Butter darin schmelzen und den Zucker einrühren, bis er gelöst ist. Ei mit Orangenschale/Finesse und Muskat verquirlen, zum Kaffee geben und gut verrühren. Mit Backpulver und Salz versiebtes Mehl zugeben und nur kurz glattrühren. Den sehr flüssigen Teig in die Form gießen, ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann erst stürzen. Idealerweise wenigstens einen Tag durchziehen lassen.