Das Wort zum Wochenende: Schinkensemmel
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Da sag noch wer, die heimische Wirtschaft sei nicht zukunftsorientiert: Da liegt heute schon im Kühlregal, was morgen erst produziert wird. :-)
(Etwas anderes als ein unbeabsichtigtes Versehen will ich dem Supermarkt natürlich nicht unterstellen, der am 11.11. Hackfleisch mit dem Herstellungsdatum 12.11. anbietet. Dass der Fehler es rein theoretisch ermöglichen würde, unverkaufte Packungen morgen nochmal feilzubieten, und das ganz ohne Umetikettierungsaufwand, ist wirklich nur allergraueste Theorie. Schließlich käme doch kein Supermarktbetreiber auf die Idee, die Vorschriften zum Verfallsdatum zu missachten.)
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Das Rezept war so simpel - Milch&Sahne mit Maroni pürieren, mit den Kartoffeln mischen, würzen mit Salz, Muskat & Zitronenschale: Ich kam gar nicht auf die Idee, dass sich daran etwas vermurksen ließe. Aber irgendwie hab ichs doch geschafft und statt Kartoffelpüree zähen Kleister produziert. Was bei noch leicht stückig gestampften Kartoffeln schon fast wieder eine Leistung ist. :-)
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Schwerpunkt im November: Nüsse
Birnen-Ingwer-Pie
Schoko-Birnen-Kuchen
Birnen-Preiselbeer-Kuchen
Himbeer-Schokoladenkuchen
Marroni-Kuchen
Zwetschgen-Ricotta-Kuchen
Kleiner Schokoladen-Kaffee-Guglhupf ![]() |
Birnen-Kokos-Kuchen
Birnen-Käse-Kuchen
Birnen-Käsekuchen mit Schokokeksboden
Pflaumen-Streusel-Kuchen
Mini-Zebrakuchen
Zitronen-Schoko-Kuchen ![]() ![]() |
Mini-Zitronenkuchen
Mandelkuchen mit Vanille-Birnen
"Soll doch Excel rechnen!", meint Alex von AlleKochen.com und stellt ein hilfreiches Tool bereit: Sein Kuchenform-Umrechner erspart beim Umgang mit der Kreiszahl Pi den Daumen und liefert auch viel exaktere Ergebnisse als dieser. :-)
Claudia von Fool for Food hat den Taschenrechner arbeiten lassen. Das Ergebnis ist eine übersichtliche Liste der Umrechnungsfaktoren für gängige Backformgrößen.
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Immer wieder mal wird in deutschsprachigen Blogs über die amerikanischen Cup-Maße geklagt, und die Mühen, sie auf gewohnte und vertraute Mengenangaben umzurechnen. Aber warum in die Ferne schweifen? Exotische Messgrößen liegen so nah: Im Land der Alphörner werden Flüssigkeiten zwar nicht in selbigen, aber in Dezilitern gemessen, was auch ziemlich schräg ist. Wer rechnet denn mit sowas? Die durchschnittliche Mitteleuropäerin jedenfalls nicht. Die liest die Zahl 0,25 in Kombination mit dem Wort Milch ganz unausweichlich als 1/4 Liter Milch. Und schüttet eben diese Menge in den Teig für jenen eidgenössischen Maroni-Kuchen, dessen Rezept bloß nach 0,25 dl Milch verlangt hatte. Was der genannten Mitteleuropäerin aber erst auffiel, nachdem sie die Form mit dem höchst flüssigen Teig ins Rohr geschoben hatte und dann nochmal ins Rezept guckte, denn: "Komisch, dass Hr.L. gar nicht erwähnt hat, was für ein dünnes Süppchen dieser Teig ist ..." :-)
Glücklicherweise richtete die Überdosis Milch keinen allzu schlimmen Schaden an. Der Kuchen war zwar mehr als nur schön saftig, er war so supersaftig, dass er sich schon hart an der Grenze zur Klitschigkeit bewegte - sie aber nicht überschritt. Was von den Aufnahmekapazitäten der EsserInnen nicht gesagt werde kann: Die schafften zu zweit an einem Tag mit Müh und Not die Hälfte des Kuchens. Maroni, Sahne und Schokolade läppern sich doch zu erheblicher kalorischer Macht. :-)
Was sich als Glück erwies: Denn am zweiten Tag war dieser Kuchen perfekt. Offenbar haben die Maroni - bekanntlich eine trockene Angelegenheit, die bei purem Genuss nach Zufuhr stürmischer oder federweißer Flüssigkeit verlangt - sich an der Milch bedient. Der Kuchen war nicht mehr super-, sondern genau richtig saftig, und die Maronischeibchen desgleichen, weder trocken noch ledrig. Was danach noch von der Überdosis Milch geblieben war, hatte sich am Kuchenboden abgesetzt. Diese zwei Millimeter sichtbarer Feuchte könnte frau als Symptom für Murks betrachten - ich sag jetzt aber einfach: Das muss so sein. Das ist das Erkennungsmerkmal eines perfekten Maronikuchens. Maronikuchen ohne zwei Millimeter Bodenfeuchte ist nicht richtig gelungen. Der braucht das. Sonst würde oben die Schokolade verwelken. :-)
Dennoch, etwas weniger Flüssigkeit wäre besser. Gerade so viel weniger, dass frau die Springform nicht mit Alufolie abdichten muss. Ich denke, beim nächsten Mal werde ichs mit 150-200 ml versuchen (ist schon so im Rezept notiert), ein Teil davon vielleicht als Sahne - Hüftgold ist der Kuchen ja sowieso. ;-)
Die viele Milch hat übrigens zu einer weiteren Änderung am schweizerischen Rezept geführt: Ich fand, sie könnte sich gewürztechnisch nützlich machen, hab sie mit einer halben Vanilleschote aufgekocht und die Maroni darin ziehen lassen. Das Lebkuchengewürz hab ich dafür gestrichen - noch bin ich nicht in Weihnachtsstimmung. :-) Die überzähligen Maroni, bei Hrn.L. glasiert auf den Kuchen gewandert, haben hierorts in einer Ganache Unterschlupf gefunden. Feine Sache, die sich auch zu Kugeln gerollt als Leckerchen gut machen dürfte. Dann aber mit einer guten Prise Meersalz, nicht zu fein gemahlen, ergänzt.

Maronenkuchen mit Maronen-Ganache
Teig:
150-200 g Milch [evt 1/3 davon Sahne]
1/2 Vanilleschote, Mark ausgekratzt
1 Prise Salz
100 g Maroni, gegart
1 Ei
50 g Zucker
50 g neutrales Pflanzenöl
75 g Mehl
3/4 TL Backpulver
Ganache:
50-75 g Sahne
50 g Schokolade, 75%
25 g Maroni, zerkrümelt
Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gefettet
Die Hälfte der Maroni für den Teig in Scheibchen schneiden, den Rest zerbröckeln.
Milch mit Vanilleschote, -mark und Salz aufkochen. Maroni-Bröckchen zugeben, Platte abschalten. Ziehen lassen, bis die Milch abgekühlt ist. Vanilleschote entfernen, Kastanien pürieren.
Ei mit Zucker verquirlen. Erst mit Öl, dann mit der Kastanienmilch gut verrühren. Mehl mit Backpulver in eine Schüssel sieben, die Milchmischung zugießen und glattrühren. Teig in die Form füllen, Maronischeibchen darauf verteilen. Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf ein Gitter stürzen (das bringt die beim Backen untergegangenen Maronischeibchen wieder nach oben :-) ) und abkühlen lassen.
Für die Ganache die Sahne aufkochen. Restliche Kastanien zugeben und pürieren. Zerbröckelte Schokolade zugeben, 3 Minuten stehen lassen, dann glattrühren. Über den Kuchen gießen. Einen Tag Geduld haben, dann erst genießen. :-)
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Eigentlich sollte das Oktober-Round-up des Kleine-Kuchen-Events schon längst online sein. Aber die Blogsoftware zickt und trotzt und macht auf Suppenkaspar: "Nein, deine vielen Links schluck ich nicht!" Ich hoffe, das dumme Ding bis zum Wochenende Mores lehren zu können, und bitte bis dahin um Geduld. Falls jemand noch ein Rezept für Oktober einreichen möchte - nur zu! :-)
Meine heutige Backaktion war eigentlich auch als Event-Beitrag gedacht - aber der Teig hat für mehr Kuchen gereicht, als ich geschätzt hatte. Sechs Ramequins statt der geplanten vier wurden es, der Teig hätte aber locker auch für acht Förmchen gereicht. Das hätte dann, weil nicht so hoch, auch besser ausgesehen. Geschmacklich hat das Backwerk aber die Erwartungen erfüllt. Das Olivenöl, das trotz der relativ großen Menge nicht vorschmeckt, kitzelt das volle Aroma aus den Birnen raus. Die kleinen Kuchen sind fruchtig-würzig und wunderbar saftig. In der Konsistenz zwischen Clafoutis und "richtigem" Kuchen angesiedelt, lassen sie sich lauwarm oder bei Raumtemperatur (da sind sie fast noch besser) genießen und taugen als Dessert genauso wie zum Nachmittagskaffee.

PS: Beinah hätt ichs übersehen - der aktuelle Event im Kochtopf hat Oliven und Olivenöl zum Thema. Glücklicher Zufall - da sind meine kleinen Birnenkuchen ja doch eventtauglich. :-)
Kleine Birnenkuchen mit Olivenöl
2 große Birnen, schön reif und saftig
1 EL Butter
4 TL Vanillezucker
1/2 Zitrone, Saft & geriebene Schale
150 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1 Prise Salz
1 Hauch Zimt, gemahlen
2 Eier
125 g Joghurt, 10%
90 g Olivenöl
Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: 20-25 Minuten (je nach Füllhöhe)
ergibt: 6-8 Ramequins
Birnen schälen. Die "Bäuche" in je 3-4 zentimeterdicke Scheiben schneiden, Kerngehäuse entfernen. Den Rest fein würfeln und in Zitronensaft wenden. Vanillezucker in Butter nicht zu dunkel karamellisieren. Birnenscheiben zugeben und je nach Reife nur kurz durchschwenken oder 2-4 Minuten garen. Flüssigkeit in die Förmchen verteilen, Birnenscheiben einlegen. Leicht abkühlen lassen, unterdessen den Teig bereiten.
Mehl mit Zimt, Salz und Backpulver in eine Schüssel sieben. Eier zuerst mit Zucker und Zitronenschale, dann mit Joghurt und Olivenöl gut verrühren. Zum Mehl gießen und glattrühren. Birnenwürfel untermengen. Teig in die Förmchen löffeln und aufklopfen, damit er sich verteilt. Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. Mindestens 15 Minuten in den Förmchen abkühlen lassen, dann erst stürzen. Lauwarm oder bei Raumtemperatur genießen.
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Traditionell wird am alpenrepublikanischen Selbsthuldigungstag fit zur Bewunderung von teurem Kriegsgerät marschiert und hernach deftige Stärkung aus Gulaschkanonen entgegengenommen. Unsereins schlendert lieber gemütlich im herbstlichen Nieselnebel mit Herrn Hund durch den Park, beguckt friedlich die Eichkätzchen und labt sich anschließend mit knoblauchgewürztem Fastfood, worauf Feinde sich freiwillig fern halten. :-)
Brokkoli mit Kichererbsen
1 große Dose Kichererbsen, abgetropft
1 rote Paprika, gewürfelt
2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Lorbeerblatt, frisch
500 g Brokkoli
Olivenöl
Chiliflocken
Salz & Pfeffer, aus der Mühle
Grana, frisch gerieben
Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 20-25 Minuten
Kichererbsen und Paprika in einer Auflaufform mit Knoblauch, Lorbeer, Salz und großzügig Olivenöl vermengen. Backen, bis die Kichererbsen hübsch goldbraun sind.
Unterdessen Brokkoli in Röschen teilen und den dicken Strunk in dünne Scheiben schneiden. Beides in Salzwasser bissfest garen, dann abgießen und mit den Kichererbsen vermengen. Mit Pfeffer und Chiliflocken abschmecken und mit Grana bestreut servieren.
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Welch unterschiedliche Reaktionen doch ein Kuchen hervorrufen kann: Jauchzender Jubel und seliges Seufzen waren in der Low Budget-Küche zu vernehmen, während andernorts bloß lakonisch konstatiert wurde, dass Schokoladenliebhaber auf ihre Kosten kämen. Ein Fazit, das ich ob seiner diskret zurückhaltenden Formulierung zunächst glatt übersehen habe. Zum Nachbacken motivierte mich der Hinweis auf den flüssigen Teig - einen solchen hatte ich ja schon beim Zebrakuchen schätzen gelernt. Dieser Teig ist noch um einiges dünner - frau möchte kaum glauben, dass so ein Süppchen sich tatsächlich in Kuchen verwandeln kann. Kanns ja auch nicht wirklich: Was aus dem Ofen kam, war kein Kuchen, sondern Guglhupf gewordenes Schokoladenparadies. :-)
Das Originalrezept erfuhr hierorts einige Abwandlungen - als Flüssigkeit kam nur Kaffee in den Teig, gewürzt wurde mit Muskat und Orangenschale - und wurde zudem halbiert, womit es genau eine 22er-Guglhupfform füllte. Die Zuckermenge habe ich noch drastischer reduziert als Petra (und fand es genau richtig so), und hab etwas mehr Mehl verwendet als sie: denn wie locker ich es auch siebe und aufplustere, unter 150 Gramm je Cup komme ich nicht weg.
Von der Konsistenz her erinnert der Kuchen, wie auch Petra schreibt, an Brownies, ist aber in meiner Version - mit relativ wenig Zucker, ohne Likör und ohne extra Schokostückchen - nicht allzu mächtig: Da kann frau sich durchaus mehr als ein Stück gönnen, ohne ermattet aufs Sofa zu sinken. Sind bei so einem kleinen Kuchen ja ohnedies nur ganz kleine Stückchen. :-)

Kleiner Schokoladen-Kaffee-Guglhupf
240 g starker Kaffee, heiß
45 g Kakaopulver
110 g Butter
100 g Zucker
1 Ei
1 guter TL Orangenschale, fein gerieben
[die Angabe ist ein Schätzwert: mangels Bio-Orange
habe ich 1/2 Pk Finesse von Dr.Ö. verwendet]
1 kräftige Prise Muskat
150 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1/4 TL Salz
Temperatur: 160 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 45 Minuten
Form: Guglhupf, 22 cm, gefettet
Kakao mit Kaffee klümpchenfrei verrühren, Butter darin schmelzen und den Zucker einrühren, bis er gelöst ist. Ei mit Orangenschale/Finesse und Muskat verquirlen, zum Kaffee geben und gut verrühren. Mit Backpulver und Salz versiebtes Mehl zugeben und nur kurz glattrühren. Den sehr flüssigen Teig in die Form gießen, ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann erst stürzen. Idealerweise wenigstens einen Tag durchziehen lassen.
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