Sonntag, 3. Februar 2008

Käsespätzle


Käsespätzle

Auf Barbaras Spielwiese tummelten sich heute Käsespätzle - eine hochinfektiöse Sache, ich wurde prompt angesteckt. Kein Wunder eigentlich, immerhin ist es schon zwei Jahre her, dass es in der low budget-Küche zuletzt Käsespätzle gab, und nach so langer Entbehrung sind alle Abwehrkräfte futsch. :-)

Meine allerersten Spätzle hab ich übrigens vor über 15 Jahren gemacht, nach einem Rezept aus einem Kochbuch, das mir nie so recht sympathisch wurde und von dem ich gar nicht weiß, warum ichs aufgehoben habe: "Das große GU-Vollwert-Kochbuch". Vermutlich hats seinen Dauerplatz im Regal reiner Spätzle-Sentimentalität meinerseits zu verdanken, obwohl ich mich gar nie ans Rezept halte - andererseits gucke ich jedes Mal rein, wenn ich Spätzle mache. Ich bin eine Frau, ich muss nicht logisch agieren. :-) Das Vollwert-Kochbuch ist damit jedenfalls ein Kandidat für FoodFreaks aktuellen Kochbuch-Event.

In eineinhalb Punkten befolge ich das vollwertige Spätzlerezept allerdings: Eine Prise Macis muss an den Teig - das ist der eine Punkt. Der halbe Punkt ist das Mehl: Vollkornmehl wird im Rezept verlangt - das ist mir zu viel des Guten, aber eine 1:1-Mischung aus Weiß- und Vollkornmehl darfs schon sein. Seit ich einen indischen Laden in Reichweite habe, mach ichs mir ganz einfach und verwende Atta-Mehl, das etwa zur Hälfte aus sehr fein gemahlenem Vollkornmehl besteht und weit näher an griffigem Mehl ist als die selbst produzierte Mischung.

Für Käsespätzle-Puristen ist das natürlich nix, und Knoblauch und Chili wohl noch weniger - aber was solls? Ich bin keine Schwäbin, ich leb nicht im Schwabenland: Ich hab Narrenfreiheit. :-)

Käsespätzle

175 g Atta-Mehl
2 Eier
75 g Mineralwasser
3/4 TL Salz
1 gute Prise Macis, gemahlen
2 EL Ghee
2 große Zwiebeln, Ringe
1 kleine rote Chili, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
100 g würziger Hartkäse, gerieben (z.B. Vorarlberger Bergkäse)
1 Bund Petersilie, gehackt

Temperatur: 200 Grad (Ober-/Unterhitze), vorgeheizt

Mehl, Eier, Mineralwasser und Salz kräftig zu einem glatten Teig verrühren. Abgedeckt 1/2 Stunde rasten lassen.

Unterdessen Zwiebeln mit Chili in Ghee sanft braten, bis die Zwiebeln den gewünschten Bräunungsgrad haben. Knoblauch zugeben und kurz mitbraten.

Den Teig in siedendes Salzwasser schaben, hobeln oder pressen (je nach Hilfsmitteln). Mit einer Schaumkelle herausheben, sobald die Spätzle an der Oberfläche schwimmen. Mit Zwiebeln und Käse lagenweise in eine große Form oder Portionsformen geben, oberste Schicht ist Käse. Überbacken, bis der Käse geschmolzen bzw nach Wunsch leicht gebräunt ist. Mit Petersilie bestreut servieren.

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3 Kommentar(e):

Nysa meint:

ich sollte meine doch wohl auch in meinem blog präsentieren bei diesem kas'spatzen-fieber :-) und da ich ja seit letztes we einen hobel besitze. theoretisch lass ich ja an käsespätzle nix ran, aber da du ja narrenfreiheit genießt lass ich es mal durchgehen, dass du chili und so rantust!!! mein rezept hat mehr mehl und weniger wasser, aber es funzt perfekt. also bald ein spätzle-post von mir. lg

Barbara meint:

Bei dem Wetter besteht akute Kässpätzle-Suchtgefahr! ;-)

Deine Version gefällt mir sehr gut, die Spätzle sehen so richtig zum Anbeißen aus, mit schön viel Käse. Das Rezept liest sich gut, mit Macis, österreichischem Käse, Ghee usw. - crossover eben, schön! :-)

Klaus-Peter meint:

Spätzlefieber - so, so. Das soll ansteckend sein? Doch nur, wenn man hungrig ist. Ich glaub', ich muss demnächst welche machen.
Ein sehr ansteckendes Blog ist das hier!