Sonntag, 13. April 2008

Smoothies - kein Ersatz für frisches Obst


Frisches Obst für den Smoothie im Mixer Können Schmusies wirklich frisches Obst ersetzen?, wird bei Wohl bekomms! gegrübelt. (Einen lieben Gruß übrigens an Friedhelms kleine Nichte, deren Bezeichnung für die Smoothies hierorts sofort begeistert übernommen wurde: Schmusie entspricht den cremigen Säftchen doch viel mehr als das zischende Smoothie. :-) )

Zurück zur Frage: Ich würde sie mit einem klaren Nein beantworten. Schmusies ersetzen kein frisches Obst - sie sind frisches Obst. Jedenfalls dann, wenn man die Säftchen nicht um teures Geld in winzigen Fläschchen kauft, sondern um denselben Betrag frische Früchte erwirbt und diese in den Mixer wirft. Der Aufwand dafür hält sich wirklich in allerengsten Grenzen. Gut, Bananen oder Zitrusfrüchte müssen geschält und sehr große Früchte eventuell in grobe Stücke gebrochen/geschnitten werden - aber 2 oder 3 Minuten sind dafür schon großzügig angesetzt.

Smoothie Zusammenstellung nach Lust, Laune und Marktangebot. Wobei nichts gegen die (Mit-)Verwendung von Tiefkühlware spricht, wenns beispielsweise außerhalb der Saison nach Beeren gelüstet oder wenn im Singlehaushalt fünf Sorten Obst in frischer Form wegen der schieren Menge teilweise verderben würden.

Hierorts wurden heute Orangen, Grapefruits, Äpfel und Karotten gemixt - Letztere bekanntlich kein Obst, aber auch Gemüse macht sich gut in Schmusies, vor allem (aber nicht nur) leicht süßlich schmeckendes, wie Karotte oder Kürbis. Nach Belieben auch Gewürze und/oder Kräuter, gern auch ein paar zusätzliche Vitamine, etwa in Form von Sanddornsirup oder Hagebuttenmark.

Smoothie aus Orange, Grapefruit, Apfel und Karotte, mit Buttermilch gemischt Der Phantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Gerät das Ergebnis etwas zu fest, hilft ein Schluck (frischer) Saft, notfalls schlichtes Wasser oder auch (Früchte-)Tee; solls sämiger werden und ist keine Banane zur Hand, etwas Sahne, Joghurt oder, wie hier, Buttermilch ...

Alles ist möglich, von simpelsten bis zu exotischsten Kombinationen, von denen die industriellen Smoothie-Produzenten nicht mal zu träumen wagen, weil zu weit vom zu bedienenden Massendurchschnittsgeschmack entfernt. Und immer absolut frisch. Wer würde da gekaufte Smoothies bevorzugen?


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12 Kommentar(e):

Kaffeebohne meint:

Bei blog.abgespeist.com wurden Smoothies schon öfter unter die Lupe genommen und kommen einem identischen Ergebnis.

Barbara meint:

Eben! Genau so mache ich mir meine Smoothies auch - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Perfekt zum Frühstück und immer so, wie es mir gerade schmeckt.

kulinaria katastrophalia meint:

Wir mixen im Sommer öfters frische Früchte mit eisgekühlten und Saft - schmeckt wunderbar erfrischend

KochSchlampe meint:

Argh. Mein Kommentar wurde gefressen.

Schmusies sind die einzige Art, wie es einer Freundin von mir gelingt, ihrem Freund frisches Obst unterzujubeln. Er ist von sich aus ausschließlich Obst, dass völlig überzuckert und/oder todgekocht ist - Dosenobst. Entsprechend hat sie schon ein weile vor der Smoothie-Welle in ihrer Küche mit Flüssigobst experimentiert und ihr Wissen netterweise mit mir geteilt...

kochschlampe meint:

@kochschlampe: isst, nicht ist.

Jan Theofel meint:

Ich kann Kulinaria Katastrophia nur beipflichten: Hier tiefgefrorenes Obst einzusetzen ist sogar praktisch, weil es den Smoothie automatisch kühlt. Wenn der Anteil der gefrorenen Früchte hoch genug ist, bekommst du schon fast so eine Art Eis hin. :-)

mipi meint:

Bin ganz Eurer Meinung. Ich sehe keinen Unterschied zwischen frischem nicht pürierten und frischem pürierten Obst. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass durch die mechanische Einwirkung (das Mixen) irgendwelche Vitamine oder sonstige wertvollen Stoffe verloren gehen.

Übrigens kann man solche Smoothies auch wunderbar als Saucenspiegel für Desserts verwenden.

crazy cook meint:

Würde frisches obst und schmusies(nettes wort) sowieso nicht gegenüber stellen. Ist doch wie bei frischem gemüse und cremesuppe. Roh verzehrt hat es doch seinen biß und ein eigenes mundgefühl.
Es ist aber nicht´s gegen selbstproduzierte schmusies zu sagen, kaufen würde ich sie jetzt nicht. Hab mal einen schluck gekostet, meins ist es nicht. Ich werde mich so lange ich noch alle beißer und keine schluckstörung habe doch hauptsächlich von obst in unpassierter form ernähren.

crazy cook meint:

Hab noch was vergessen.
Einige früchte wie kiwi und frische ananas werden beim mixen bitter.

Nysa meint:

ach ja... wäre da toll wenn mir jeden tag jemand so ein smoothie macht. ich esse nämlich definitiv zu wenig obst, weil ich zu faul bin es zu schälen od. vorzubereiten... die gekauften find ich manchmal etwas fad und mir gefällt die geschacks/obstverbindungen nicht... aber ist schon ne tolle sache :-)

Petra meint:

Rat mal, was es gestern hier gab? Schmusie, richtig. Aus Karotte, Orange, Apfel, Apfelsaft und es war ein voller Erfolg. Neulich gab es hier einen von Aldi Himbeer-Cranberry, der gar nicht gut ankam. Selbermachen ist besser und frischer, finden sogar die Jungs und das ist schön so. Milchshakes im Sommer machen wir sowieso oft und ab sofort auch öfters Schmusies (tolles Wort!)
Liebe Grüße

Hedonistin meint:

@Kulinaria & Jan - Die heißen Sommertage sind noch so ein ferner Traum, dass ich daran gar nicht dachte. :-) Aber stimmt, da sind TK-Früchte perfekt.

@Kochschlampe - Es gibt ganz erstaunlich viele Frischobst- (und Gemüse-) Verweigerer. Bei den meisten allerdings kann man die Lebensjahre noch an den Fingern einer Hand zählen. ;-)
(Vermutlich wird beizeiten Dolce viele feine Schmusie-statt-Hippie-Rezepte vorstellen. :-) )

@Mipi - Hardcore-Vollwertköstler würden dir vermutlich widersprechen: Zerkleinerung vergrößert die Oberfläche, ergo mehr Angriffsfläche für Sauerstoff&Co, ergo mehr verpuffte Vitamine ... :-)

@Crazy Cook - Mit Cremesuppe würd ichs nun nicht vergleichen, die Schmusies werden ja nicht gekocht. Und ich würd auch das Zerkauen von Obst nicht als Wert an sich betrachten, ganz abgesehen davon, dass viele Sorten schon von Natur aus recht weich sind. :-) Mal mag man was zu beißen, dann lieber ein Breichen - so what?
(Und die Bitterkeit von Kiwis&Ananas entsteht beim Mischen mit Milchprodukten, nicht durchs Pürieren.)

@Nysa - Mein Supermarkt um die Ecke bietet z.B. in Spalten geschnittene Äpfel an, oder halbierte Erdbeeren, oder Karotten in Scheibchen ... Ich hab mich schon oft gefragt, wo die Zielgruppe für sowas ist. ;-)))

@Petra - Wenn sogar den jungen Herren schmeckt, ist das ein stolzes Qualitätssiegel. :-)