Samstag, 24. Mai 2008

Holunderblütengelee


Holunderblüten

Auch wenn ich übers nasstrübe Wetter meckere - für die Holunderblütenernte hätte es sich kaum besser treffen können: Die kräftigen Regengüsse haben alle lästigen Tierchen runtergewaschen und alle schon welken Blütenblättchen auch, sodass praktisch küchenfertige Dolden zu schneiden waren. So mag ich das. :-)

Für die Verarbeitung zu Gelee, Sirup oder Saft hat sich hierorts ein (Volumen-)Verhältnis von 1,5 zu 1 bewährt - das sind ca 18-20 Dolden auf 1 Liter Wasser. Die Blüten werden mit den Stielen nach oben in eine Schüssel gepackt, mit der Flüssigkeit übergossen, abgedeckt und an einen kühlen Platz gestellt.

Holunderblüten in Zitronenwasser

Nach 1-3 Tagen wird die Flüssigkeit abgeseiht und weiterverarbeitet - z.B. zu herrlich duftendem Holunderblütengelee.

Holunderblütengelee auf Brot

Holunderblütengelee

1 1/2 l Holunderblütendolden (ca 18-20 Stück)
1 l Wasser (oder z.B. spritziger Weißwein)
1-2 Zitronen, Saft (sowie nach Belieben Zesten)
1 Pk Pektin-Geliermittel 2:1 für 1 kg Frucht
350 g Zucker

Die von Tierchen befreiten Blütendolden mit den Stielen nach oben in eine Schüssel mit Wasser, Zitronensaft und nach Belieben Zitronenschale geben. Abgedeckt 1-3 Tage im Kühlschrank ruhen lassen.

Saft abseihen, abmessen und nötigenfalls auf 1 l auffüllen. Mit Gelierpulver aufkochen, Zucker zugeben, wieder aufkochen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Noch heiß in Gläser füllen und verschließen.

Anmerkung: Bei 2:1-Geliermittel ist eigentlich die Zugabe von 1/2 kg Zucker auf 1 kg Frucht/Saft vorgesehen. Die von mir verwendeten 350 Gramm reichen aber völlig aus - jedenfalls zum Gelieren. Beeinträchtigt durch die geringe Zuckermenge ist eventuell die Haltbarkeit, aber dieses wunderbare Gelee wird sowieso nicht alt. :-)

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13 Kommentar(e):

Anonym meint:

Das seh' ich genau so, dass das Gelee bestimmt nicht alt wird - so lecker wie das aussieht; da hätte ich jetzt gerne etwas von!

Anonym meint:

Das sieht phantastisch aus!! Ich habe trotz langer Suche hier noch keine Stelle entdeckt, an der ich ernten könnte. Aber ich bin ja gar nicht neidisch, nein. Falls ich hier mal welche entdecke, werde ich Dein Rezept testen.

Anonym meint:

Genau wegen der Tierchen und der welken Blätter bin ich bislang immer davor zurück geschreckt, die Wildhecke gegenüber zu plündern. Aber vielleicht sollte ich das doch mal machen, menno, das Butterbrot sieht sowas von lecker aus!

Anonym meint:

Holunderblüten sind so toll! Die kleinen Tierchen einfach abschütteln ;-) und im Pfannkuchenteig ausgebacken sorgen Restexemplare für kleine aromatische Einsprengsel.

KochSinn meint:

Bei uns ist es noch nicht so weit, vielleicht nächste Woche. Gelee schaut gut aus, hab´s mal mit Blüteneinlage gemacht.

Hedonistin meint:

@Kulinaria - Hierorts werden manchmal Pfannkuchen an hungrige Tiere verfüttert, aber doch niemals umgekehrt. :-)

@Gabi - Die meisten Tierchen lassen sich ja wirklich leicht abschütteln. Leider zieht Holunder gern mal Blattläuse an, die kleben dann in dicken schwarzen Trauben dran - da vergehts einem. Aber dieses Jahr schauts gut aus. :-)

@Rike - Ich hab hier wirklich Glück, einige große Sträucher, fast schon Bäume, abseits der Straße. Dummerweise seit heuer mit Versuchsbienenstöcken direkt daneben. Aber solangs so kühl ist, bin ich eh dick eingemummt, und die Brummerchen müssen mit mir teilen. :-)

Food is just a 4-letter word meint:

Hach, schade, dass ich hier keinen bekomme - Das sieht toll aus!

Schnuppschnuess meint:

Das sieht ja absolut edel aus. Ich habe von Gelee aus Holunderblüten noch nie gehört, aber ich weiß, wo ich die Zutaten bekomme. Meinen Mann schicke ich zum Ernten vor (Spinnenalarm!!!) - den Rest erledige ich.

Barbara meint:

Von Holunderblütengelee habe ich auch noch nie gehört - aber das liest sich super und das Foto hat dazu geführt, dass mir echt das Wasser im Munde zusammenlief. Zum Glück kann ich hier schreiben und muss nichts sagen... ;-)

Anonym meint:

Hallo...ich mache diesen Gelee jetzt schon im dritten Jahr...wer ihn einmal probiert hat,muß ihn einfach immer wieder haben...außerdem mache ich zusätzlich noch Holunderblütenlikör...absolut lecker!!!

Unknown meint:

Ich les ja schon ne Weile mit, aber heute muss ich mich der Lobe für dieses Gelee anschließen. OBER LECKER!
Da der erste Liter zu schnell weg war (3 tage bei 5 Leuten...)gibts jetzt Nachschlag, diesmal steht schon selbstgemachter Erdbeersaft parat,d er in einen Teil noch dazu soll. Mal sehen, wie das schmeckt, das Gelee auf frischen Erdbeeren war schon mal lecker.

Anonym meint:

Der Gelee stand heute auf dem Frühstückstisch und schon gestern beim Kochen haben wir den zweiten Liter angesetzt. Himmlischst!!! Köstlich! Wirklich klasse. Ich überlege ob ich den Ansatz als Grundstock für ein Hollerblüten-Sorbet nehme - mal sehen. Sirup steht auch in der Sonne und ist bald fertig.
Liebe Grüße

Barbara meint:

So, vielen Dank für das Rezept - ich habe es heute nachgekocht (am Samstag Hollerblüten eingelegt) mit halb Wasser, halb Weißwein - super lecker!!! :-)