Montag, 7. Juli 2008

Wassermelonenschalenmarmelade


Wassermelonenschalen

Hochmut kommt vor dem Fall. In der low budget-Küche, so brüstete ich mich immer - aber immerhin nur im stillen Kämmerlein -, werden keine Lebensmittel weggeworfen. Es sei denn, die erfolgte Zubereitung wäre wirklich absolut ungenießbarer Murks. Was glücklicherweise nur selten vorkommt. Aber sonst: Alles wird verwertet. Notfalls kriegts der Hund. :-)

Ja, denkste. Melonenschalen pflegten hierorts im Biomüll zu landen. Welche Vergeudung! Warum hat mir nie jemand gesagt, wie lecker die sich zubereiten lassen? Obwohl, ich hab das vor Jahren schon mal gelesen, aber irgendwie verdrängt. Bis mir vor ein paar Tagen einfiel, dass da doch was war ... wie war das nur? Tante Google wusste es: Watermelon Honey.

Wassermelonenschalenmarmelade

Warum die Sache "Honig" genannt wird, bleibt mir verborgen. Mit echtem Honig hats ohnedies nichts zu tun, aber es ist eigentlich auch keine Invertzuckercreme, insbesondere ists keine Creme. Es könnte vielleicht eine sein, wenn man die Schalen feiner püriert und vor allem viel mehr Zucker verwendet. Aber da ich keine picksüßen Aufstriche mag, hab ich die gefundenen Rezepte nur als äußerst grobe Anleitungen betrachtet und getan, was ich für richtig und besser hielt. :-)

Herausgekommen ist etwas, von dem ich gar nicht weiß, wie ich's bezeichnen soll, das aber äußerst lecker ist. Ganz wenig dicker Sirup, viele kleine durchscheinende Stückchen mit Biss, die an Gummibärchen erinnern; leicht herb, frisch und spritzig im Geschmack. Fein am Brot, aber der größte Teil wurde hierorts einfach so genascht. :-)


Wassermelonenschalenmarmelade

Wassermelonenschalenmarmelade   [ Watermelon Rind Preserve ]

10 Teile Wassermelonenschale
        Anhaltspunkt: Die Hälfte einer 4-kg-Melone
        hat hierorts 300 g Schale ergeben.
1-3 Teile Wasser
          so wenig wie möglich, aber es sollte immer
          Flüssigkeit im Topf sein
3-5 Teile Zucker; evt bis zu 10 Teile,
        je nach Geschmack
1-2 Zitronen oder Limetten, Saft
1 gute Prise Salz
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer, grob zerteilt; nach Belieben

Es werden nur die weißen Teile der Schalen verwendet!

Die Melonenschalen von allen Fruchtfleischresten und der grünen Außenhaut befreien - das geht gut mit einem Sparschäler. Im Häcksler zerkleinern - nicht zu Brei, sondern zu kleinen Würfelchen. Abwiegen, um die Menge der anderen Zutaten bestimmen zu können.

Die zerkleinerten Schalen mit Wasser in einen Topf geben, aufkochen und zugedeckt ca 15-20 Minuten köcheln. Nicht zu viel Wasser nehmen, lieber nachgießen. Zitrussaft, Zucker und Salz einrühren, nach Belieben Ingwer zugeben. Wieder aufkochen und zugedeckt 45 Minuten köcheln. Deckel abnehmen und noch einige Minuten offen kochen, bis die Flüssigkeit sirupartig ist. Ingwer entfernen.

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8 Kommentar(e):

bolliskitchen meint:

Du kommst ja auf super gute Ideen!!!

Ist ja klasse!

Meinst Du, das geht auch mit den doch festeren Schalen der Charentais Melonen?

KochSchlampe meint:

.... klingt sehr interessant. Und natürlich habe ich am Wochenende erstmal Wassermelonenschale weggeworfen...

Schnuppschnuess meint:

Häää??? Ich bin platt und schon so gut wie unterwegs, Melonen kaufen. Super Rezept - was Du so alles ausprobierst......

KochSinn meint:

Sieht man doch wieder was alles zu verwerten ist.

lamiacucina meint:

und die grünen Schalenreste... kriegt der Hund ?

Dolce meint:

Das ist ja mal etwas Außergewöhnliches! Muss ich unbedingt testen...

Hedonistin meint:

@Bolli - Ich könnt mir schon vorstellen, dass das nicht nur mit Wassermelonenschalen funktioniert. Aber vermutlich sind Charentais-Melonen etwas schwieriger von der äußeren Schalenschicht zu befreien? Ich werds bei Gelgenheit probieren.

@Hr.L. - Die grünen Schalen haben die Regenwürmer bekommen. Man darf ja nicht nur an die großen Tiere denken. :-)

Ich hatte beim Rezept übrigens die Erwähnung einer Prise Salz vergessen - ist vielleicht verzichtbar, möglicherweise aber auch das Geheimnis des guten Geschmacks. :-)

lavaterra meint:

Was es nicht alles gibt - bin schwer begeistert vom Rezept und von all den schönen Fotos.