Donnerstag, 11. Februar 2010

Birnen im Dirndl


Birne in Kornelkirschen-Sirup

Es muss nicht immer Rotwein sein - in rotem Saft oder Sirup gegarte Birnen sehen genauso hübsch aus und können auch von Kindern verspeist werden. Eine gar prächtige Ergänzung des feinen Birnen-Aromas ist Dirndl-Sirup. Die Früchte des Gelben Hartriegels - Cornus mas - harmonieren ganz hervorragend mit jenen des Birnbaums. Der ganz leicht herbe Touch der säuerlichen Dirndln bringt Schwung in die Sache und sorgt dafür, dass die milden Birnen nicht langweilig wirken. Zusätzliche Gewürze sind nicht nötig, hingegen empfiehlt sich eine Begleitung in Gestalt von Eiscreme, Parfait, Joghurtmousse oder Ähnlichem.

Die Dirndln - ganz korrekt Kornelkirschen geheißen - sind in der Alpenrepublik übrigens eine Spezialität des Pielachtals, einer Region im niederösterreichischen Mostviertel. Dort hatte Cornus mas jahrhundertelang eine wichtige Funktion als Grenzheckenpflanze, seit dem 18. Jahrhundert wird der Strauch auch zur Schnapsherstellung kultiviert. Heute vermarktet sich die Region erfolgreich als Dirndl-Tal. Die roten Früchte werden nicht nur zum Pielachtaler Dirndlbrand - eine geschützte Bezeichnung - veredelt, sondern auch zu vielen anderen Köstlichkeiten von Marmelade bis Schokolade verarbeitet. Veranstaltungen wie Dirndl-Kirtage oder Dirndl-Wanderungen sollen TouristInnen ebenso locken wie die jährliche Kür der Dirndl-Königin - ein Dirndl, das zu festlichen Anlässen natürlich ein eigens entworfenes Dirndltal-Dirndl trägt, in den Farben des Dirndlstrauchs und seiner Früchte gehalten, versteht sich. :-)

Birnen im Dirndl

Birnen
Dirndl-Sirup
Wasser

Birnen schälen, eventuell halbieren (aber nicht auseinander schneiden) und das Kerngehäuse entfernen. Sirup mit Wasser nicht zu sehr verdünnen (ca 2:1), aufkochen und die Birnen einlegen. Temperatur reduzieren und die Früchte pochieren, bis sie (nicht zu) weich sind. Im Sud erkalten und idealerweise noch einige Stunden oder über Nacht ziehen lassen. Birnen abtropfen, den Saft wieder auf- und zu Sirup einkochen. Die Früchte im Ganzen oder fächerförmig eingeschnitten mit dem Sirup anrichten.


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2 Kommentar(e):

lamiacucina meint:

Tierlibäume sieht man auch hier ab und zu. Nur das Wissen, was mit solchen Wildfrüchten angestellt werden kann, ist verschwunden.

Hedonistin meint:

Marmelade geht immer, denk ich mir. :-)

Ich hab aber eher den Eindruck, dass zumindest StädterInnen essbare Pflanzen(-Teile) oft nur noch aus dem Obst- und Gemüseregal im Supermarkt kennen. Das Angebot an Leckerchen in der freien Natur wird gar nicht als solches wahrgenommen. Wenn ich beim Spaziergang was ernte, werd ich immer wieder mal angesprochen, was das ist und ob ich sicher bin, dass das nicht giftig ist. :-)