Mittwoch, 5. Mai 2010

Gefüllte Auberginen-Medaillons


Gefüllte Auberginen-Medaillons

Ein kurzes Stückchen Kabel trennte mich, weil nicht vorhanden, vom Internet. Der nächste Elektromarkt liegt nicht eben um die Ecke und ihn aufzusuchen, erfordert eine Busreise mit der Kirche ums Kreuz. Worum sich niemand reißt, schon gar, wenns so viel anderes zu tun gibt. Etwa nicht mehr benötigtes Inventar nach Ibäh zu schicken. So geschah es einer kleinen Essgruppe, die in einem früheren Domizil eine verglaste Ecke - hochtrabend Wintergarten geheißen - geziert hatte. Hierorts waren die Elemente einzeln verteilt, ein Stühlchen hier, eines da, aber so wirklich gebraucht wurden sie nicht. Und als die Gruppe sich im Zuge des großen Möbelrückens zufällig zusammen abgestellt fand, entschied ich ihre Entfernung. Eine gute Entscheidung war das, denn sie brachte mehr Raum, mehr Luft, mehr Leichtigkeit. Da fiel dann auch gleich die Reise zum Elektromarkt viel leichter. Am Abend jenes glücklichen Tages, der mich wieder mit dem Internet verband, briet ich frohgemut ein hübsches Fischlein, befands für blogtauglich und trugs zum Fototisch. Die geneigten LeserInnen ahnens schon - zu eben jenem Fototisch, den ich durch Raum, Luft und Leichtigkeit ersetzt hatte. :-)

Das Problem ist bislang ungelöst. Weil aber der Blog nun wirklich lang genug vernachlässigt wurde, gibts trotzdem wieder Rezepte, wenn auch aus dem Vorrat. Die heutigen Auberginenmedaillons hatte ich im Rahmen des "3-Gang-Menü für unter 9,99 Euro"-Events vorstellen wollen, bin aber nicht dazu gekommen. Aber in der Low Budget-Küche hat dieses Thema ja immer Saison, also gibts hier in den nächsten Tagen drei Gänge für vier Personen um zusammen 7,77 Euro. :-)

Heute die Vorspeise, leicht variiert nach einem Rezept aus Atul Kochhars "Neuer indischer Küche" - ein sehr appetitanregendes Buch übrigens, mit tollen Fotos und problemlos nachzukochenden Rezepten.

Gefüllte Auberginen-Medaillons

Auberginen-Medaillons:
350 g Aubergine
250 g Kartoffeln
100 g Möhren, geraspelt
3-4 EL Rapsöl
1 Prise Asafoetida
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 rote Chilis, feine Ringe oder Würfel
1 TL Kreuzkümmel
2 1/2 TL Koriandersaat, fein gemörsert
1 TL Kurkuma, gemahlen
1 TL Jaggery (oder Zucker)
20 g Ingwer, fein gehackt
20 g Koriandergrün
Salz

Joghurtsauce:
150 g Joghurt, 10%
15 g Honig
1 EL Rapsöl
10 g Ingwer
1 TL Senfsaat
1 TL Kurkuma
Salz

Für die Sauce Joghurt mit Honig verrühren. Öl erhitzen, Senfssat zugeben und kurz braten, bis die zu hüpfen beginnen. Kurkuma und Ingwer zugeben und unter Rühren noch eine Minute braten. Die Mischung zum Joghurt geben und gut verrühren. Mit etwas Salz abschmecken.

Aubergine in Scheiben von ca 2 cm Dicke schneiden. Die Mitte auslösen, so dass eine Mulde entsteht, dabei ca 1 cm Rand stehen lassen. Ausgelöstes Fruchtfleich fein würfeln und beiseite stellen. Auberginenscheiben salzen und 30 Minuten stehen lassen, dann abspülen und trockentupfen.

Unterdessen die Kartoffeln in Salzwasser nicht ganz weich garen. Abgießen, etwas abkühlen lassen und fein würfeln oder grob reiben.

In einer Pfanne drei Viertel des Öls erhitzen und Asafoetida einstreuen. Sobald es brutzelt, Knoblauch, Chili und Kreuzkümmel zugeben und braten, bis der Knoblauch zartgelb ist. Möhrenraspel und Auberginenwürfel zugeben und etwa 5 Minuten mitbraten. Koriandersaat und Kurkuma einrühren, kurz braten, dann Kartoffeln, Jaggery und Ingwer zugeben. Salzen und etwa 15 Minuten garen. Vom Herd ziehen und das Koriandergrün untermischen.

Die Masse in die vorbereiteten Auberginenscheiben füllen, gut andrücken und glattstreichen. In einer Pfanne wenig Öl (es soll nur ein dünner Film sein) erhitzen, die gefüllten Auberginenscheiben einlegen und auf jeder Seite in ca 2 Minuten goldbraun braten. Mit der Joghurtsauce servieren.

Tipps:
Heutige Auberginensorten enthalten kaum noch Bitterstoffe, die Prozedur mit dem Salzen muss also nicht sein.
Aus den relativ dünnen Auberginenscheiben Mulden auszulösen, ist eine eher pizzelige Angelegenheit. Einfacher und schneller ists, die komplette Mitte aus den Scheiben zu schneiden und keinen Boden stehen zu lassen. Da die Füllung relativ fest ist, klappt das problemlos.
Wers noch unaufwändiger wünscht, hackt einfach die ganze Aubergine klein, mischt sie unter die Füllung - die dann keine ist - und formt kleine Plätzchen daraus.


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6 Kommentar(e):

schlachtplatten.blogspot.com/ meint:

Die Medaillons sehen sehr lecker aus. Leider bin ich mit der indischen Küchen nicht so vetraut. Was ist Asafoetida - und - habe ich es richtig buchstabiert?

Katrin meint:

Also mit meinen sparsamen Lateinkenntnissen übersetze ich Asafoetida in etwas eher "unleckeres".
Natürlich kann ich auch total falsch liegen. Das Auberginenrezept kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste ob mit oder ohne der besagten Prise.

Liebe Grüße und schön, dass sie wieder da sind

Katrin

lamiacucina meint:

Schön, dass es hier weitergeht, dazu noch mit einem Auberginenrezept. Kann man Asa foetida auch durch Knoblauch ersetzen ?
Liebe Grüsse

Hedonistin meint:

@Schlachtplatte - Asafoetida ist getrockneter harziger Milchsaft aus den Wurzeln einer Pflanze namens (Stink-)Asant.

@Katrin - Doch, der Name ist Programm, Teufelsdreck, Stinkasant ... das sagt alles. Asafoetida riecht nicht wirklich appetitlich. :-) Der Geruch geht eher Richtung Schwefel - das verfliegt aber beim Erhitzen.

@Hr.L. - In der ayurvedischen Küche wirds als Knoblauchersatz verwendet, der Geruch beim Kochen geht jedenfalls in diese Richtung. Pur aus dem Döschen gekostet schmeckts bitter und beißt. :-) Nach dem Braten hat das Öl einen leichten Bitterton und einen Geschmack, der ein bisschen was von Knoblauch und ein bisschen was von Zwiebeln hat - aber ich bin gar nicht sicher, ob das wirklich Geschmack oder eher doch der Geruch ist.

tobias kocht! meint:

Gefällt mit gut und wird am Montag ausprobiert. Das kann man auch sicher leicht aufwärmen.

Ruby meint:

Ja, das gibts nächste Woche, das klingt sehr gut. Und was den Tisch angeht, tja, man sollte halt nie was wegwerfen ;-)