Samstag, 17. November 2007

Murks: Kaki mit Garnelen


Kaki mit Garnelen

Dass die jüngst beim Diskonter um wenige Cent verschleuderten Kakis qualitativ zu wünschen übrig ließen, erwähnte ich schon: Den Früchtchen mangelte es entschieden an Duft und Aroma. Im Verlaufe des Nachreifens entwickelten sie sich von mehlig-süß zu matschig-süß und schließlich zu faulig, wahrscheinlich auch süß, aber das hab ich nicht mehr probiert. Herbe Enttäuschung ist jedenfalls keine ganz passende Formulierung. :-)

Nachdem sie sich aber in der pfannengerührten Vermählung mit Kohlsprossen von erfreulich guter Seite gezeigt hatten, landeten die heutigen Exemplare testhalber im Backofen - im Prinzip wie Bratäpfel behandelt, gefüllt mit Garnelen, die sich als Fehlkauf entpuppten: Ich hatte, ohne es zu merken, süß-fruchtig marinierte Garnelen erworben. Nichts gegen diese Geschmacksrichtung, ganz im Gegenteil. Aber doch bitte nicht mit Zitronenpulver, Zwiebelpulver, hydrolysiertem Pflanzeneiweiß und anderen Errungenschaften der Fixtütenindustrie. Aber nun waren sie im Haus, irgendwas musste mit ihnen geschehen - also rein damit in die ausgehöhlten Kakis, schön eingeölt und eine halbe Stunde ins Rohr geschoben.

Das Ergebnis war eine Augenweide, geschmacklich aber nicht ganz so überzeugend: Vom Kontakt mit den marinierten Garnelen hatten die Kakis nicht profitiert. Was zweifelsfrei an der Industriemarinade lag, die eigentlich auch nach nix schmeckte. Und ihr nicht vorhandenes Aroma auch nicht an die Kakis abgeben konnte. Hätte ich die Tierchen mal vorher gekostet - aber als ich sie in die Früchte packte, waren sie noch tiefgekühlt, und ich voller Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der chemischen Industrie ... :-)

Dennoch, in Kombination mit einem Häppchen Erbsenpüree - mit Honig und Chili gedünstet und mit etwas Sahne püriert - war die Geschichte durchaus lecker und wird mit den restlichen Garnelen wiederholt werden, dann aber mit nachgebesserter Würze.


Pin It

5 Kommentar(e):

Barbara meint:

Lecker aussehen tut es ja... Jaja, die Lebensmittelindustrie. Mir ist es auch schon passiert, dass ich aus Versehen marinierte TK-Teile gekauft habe, da muss man dann irgendwie durch und nimmt sich vor, das nächste Mal die Packungsaufschrift besser zu lesen.

kulinaria katastrophalia meint:

Das ist ja auch mal was: gebackene Kaki. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt :-)

sammelhamster meint:

wie schafft man es, die kaki ordentlich auszuhöhlen?
ist das kerngehäuse nicht ziemlich fest?

Hedonistin meint:

@Sammelhamster, einen Kern in einer Kaki zu finden ist unwahrscheinlich, es sind praktisch nur kernlose Züchtungen im Handel. Die sind durchgehend cremeweich und einfach mit einem Löffel auszuhöhlen. (Kann bei Sharons anders sein, die hatte ich noch nie, und Tante Google meldet Widersprüchliches dazu.)

sammelhamster meint:

inzwischen habe ich das gericht selbst ausprobiert und es hat gut funktioniert mit dem auskratzen der kaki!
auch die meeresfrüchtefüllung hat sehr gut zum geschmack der kaki gepasst.

vielen dank für die anregung :-)

GEFÜLLTE OFENKAKI