Dienstag, 2. Dezember 2008

Seelöwenköpfe :-)


Seelöwenkopf :-)

Wenn überhaupt ans Tierreich, erinnert obiges Arrangement leider eher an einen derangierten Schlappohrhasen denn an einen stolzen Leu. Insofern wage ich gar nicht, diesen Eintrag mit dem Zusatz "angenähert" zu versehen - obwohl: Bei Chili&Ciabatta gabs gleich überhaupt kein Foto des am Teller angerichteten Essens. War vielleicht auch nur bedingt löwenähnlich, das yang zhou shi zi tou? :-)

Nicht nur die Optik, sondern auch meine Interpretation des Originalrezepts ist nur eine sehr vage Annäherung. Fleisch kommt in der Low Budget-Küche nicht auf den Tisch, daher konnten es nur Seelöwenköpfe werden. Nun hatte ich zwar daran gedacht, Chinakohl zu besorgen, nicht aber daran, Fisch aufzutauen. Zum Glück liegen aber immer ein paar Dosen Nuri im Vorratsschrank, stolze portugiesische Sardinen, als Löwendarsteller bestens geeignet. Die gaben aber durch die mitgebrachten Gewürze schon eine gewisse Richtung vor, ein Rest Baguette mit Sesam und Nigella musste weg, die schwarzen Nudeln fielen von selbst aus dem Schrank ... So kam eins zum anderen, und hat in Summe ganz wunderbar gemundet. :-)

Seelöwenköpfe :-)

Fischbällchen:
2 Dosen Nuri (à 125 g)
Sesam-Baguette, zerkrümelt
1 Ei
1 scharfe rote Chili, feinst gewürfelt
1 großzüger EL Ingwer, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 TL Nigella
Salz
Olivenöl, zum Braten

außerdem:
1 großer Chinakohl
600 g kräftige Gemüsebrühe
3 cm Ingwer, Scheiben
3 Kardamomkapseln, angequetscht
2 TL Austernsauce
schwarze Nudeln

Die Zutaten für die Fischbällchen vermengen, dabei so viel Brot verwenden, dass sich eine gut formbare, nicht zu feuchte Masse ergibt (ich habs nicht abgewogen). Kleine Bällchen formen und in Olivenöl rundum braten.

Den Strunk des Chinakohls abschneiden und in die Mitte eines Kochtopfs setzen. Kohlblätter von den dicken Rippen befreien und diese rund um den Strunk verteilen, wie bei Chili&Ciabatta gezeigt. Die Fischbällchen darauf verteilen, Brühe mit Ingwer und Kardamom darübergießen. Aufkochen und bei guter Mittelhitze etwa 10 Minuten köcheln lassen.

Unterdessen die Kohlblätter in feine Streifen schneiden. Mit Austernsauce vermengen, in den Topf geben und zugedeckt etwa 15 Minuten garen; dabei nach 5 Minuten die Kohlstreifen in die Brühe drücken.

Parallel dazu die Nudeln in Salzwasser garen. Zum Servieren die Fischbällchen als (See-)Löwenköpfe auf eine Kohl-Steppe setzen und eine Mähne aus Nudeln darüber verteilen. :-)

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5 Kommentar(e):

lamiacucina meint:

so schnuckelig auf den Teller drapiert, wäre das arme Tierchen hierorts von niemandem gegessen worden. Sobald der Materie Seele eingehaucht wird...

Petra aka Cascabel meint:

Eine spannende Metamorphose :-)

kulinaria katastrophalia meint:

Die wohlgefällige Mähne von sich werfend und sich geschickt anschmeichelnd tarnend erweist sich die Meerboulette als überaus annehmbarer Blickfang :-)

Nysa meint:

hahha.. wie süüüüüsssss!!! könnte aber auch medusa-köpfe sein ;-)!!!
ps: ich habe den scamorza geschält, da ich das rauchige ja nicht mag :-( und ohne schale, schmeckt er aber lecker!!!

Schnuppschnuess meint:

Mähnenlöwe? Ich fürchte, für die See ist meine Phantasie nicht ausgeprägt genug, 'tschulligung. Aber sehr appetitlich sieht es aus, das Viech, egal, was es auch ist.