Freitag, 20. März 2009

Orangen-Marzipan-Kuchen


Orangen-Marzipan-Kuchen mit Schokolade

Meine Abneigung gegen Nüsse umfasst auch Marzipan. Eigentlich. Uneigentlich war ich von den vorweihnachtlichen Marzipanleckerchen so angetan, dass es sie mehr als einmal gab. Zu einer absoluten Bekehrung hats aber nicht gereicht. Das heißt, das Marzipan hätte gereicht, aber seine Überzeugungskraft tat dies nicht. MaW, es war noch ein halbes Päckchen übrig. Bis heute früh. Denn da blätterte ich durch ein Backbuch. Einfach so, ganz absichtslos, weitgehend desinteressiert. Wirklich! Nichts lag mir ferner, als an einem eisig kalten Morgen den Backofen anheizen zu wollen. Die Lektüre sollte mich nur ein bisschen von der Kälte ablenken. Das gelang auch, denn als ich so blätterte, blieb mein Blick an der Abbildung eines Orangenkuchens in der Farbe eben dieser Früchte hängen: Da ging die Sommersonne auf und mir wurde warm ums Herz. Aus schierer Dankbarkeit las ich das Rezept. Es verlangte nach Orangen, natürlich - und nach Marzipan. Normalerweise hätte ich da sofort weitergeblättert, aber da nun mal ein Rest dieser Zuckermandelmasse im Schrank lag und ja auch nicht ewig halten würde und Verschwendung von Lebensmitteln mir ein Graus ist ... hab ich halt Aufopferungsbereitschaft gezeigt und getan, was getan werden musste. :-)

Orangen-Marzipan-Kuchen

Das Ergebnis ist sehr fruchtig, nicht zu süß, leicht herb, nur ganz leicht marzipanig und gerade angenehm schokoladig. Hab ich sicher nicht zum letzten Mal gebacken.

Orangen-Marzipan-Kuchen

100 g Marzipan-Rohmasse
115 g Butter, weich
75 g Zucker, vermischt mit:
2 TL Orangenschale, fein gerieben
2 Eier
225 g Mehl
1/2 Pk Backpulver
1 Prise Salz
50 g Schoko-Chips, zartbitter; allenfalls etwas zerkleinert
50 g Milch
2 Orangen, dünne Scheiben (*)
ca 100 g Orangenmarmelade, oder etwas mehr
2 EL Wasser oder Zitronensaft

Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 55 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gefettet

(*) Bei unbehandelten Früchten können die Schalen dranbleiben, ansonsten entfernen.

Boden und Seiten der gefetteten Springform mit Orangenscheiben auskleiden.

Marzipan und Butter zu einer homogenen Masse rühren (geht gut mit dem Pürierstab). Orangenzucker und nacheinander die Eier zugeben, jeweils gründlich einarbeiten. Mehl mit Schokolade, Backpulver und Salz mischen, abwechselnd mit der Milch unterrühren. Nicht zu viel Milch verwenden, der Teig soll schwer reißend vom Löffel fallen. In die vorbereitete Form füllen und goldbraun backen (Stäbchenprobe).

Kurz in der Form abkühlen lassen. Unterdessen Marmelade mit Wasser/Zitronensaft auf- und etwas einkochen lassen. Kuchen aus der Form stürzen und sofort rundum mit der Marmelade bestreichen. Abkühlen lassen und genießen. :-)



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12 Kommentar(e):

Eva meint:

Schon wieder sooo was Leckeres - du weißt schon, dass das Verführung pur ist?!!

Aber immerhin nur ne kleine Backform! :-)

Guy meint:

Sonniges Rezept, sonnige Fotos. Sieht sehr lecker aus.

Petra meint:

Wow bin mal wieder hin und weg, wie gut das bei dir aussieht. Auch haben will!
Viele Grüße

golod meint:

hallo eine frage zu deinem sommerlaune produzierenden kuchenwunder: warum kann ich auf dem bild keine orangenscheiben erkennen? haben die sich während des backens entmaterialisiert, oder hast du auf die auskleidung der backform verzichtet? ich stell mir das etwas schwierig vor, den kuchen aus der form zu bekommen, wenn drumherum eine sirupartige schicht entsteht...
bestimmt kannst du meine zweifel zerstreuen und ich kann in die küche watscheln...ich hab da nämlich auch noch so einen marzipanrest der nicht weiß was er in seiner freien (nichtweihnachts-)zeit machen soll...

Hedonistin meint:

@Golod - Die Orangenscheiben sind unsichtbar, weil ich das Marmeladenglas leerkriegen wollte und sie viel zu dick eingepinselt habe. :-) Aber guck mal auf dieses Bild, da sind sie immerhin am Rand zu erkennen (die Scheiben für den Rand hatte ich halbiert für ein nettes Bogenmuster).

Angesetzt hat nichts. Ich hab eine beschichtete Form verwendet, leicht gefettet. Sirup hat sich kaum gebildet, der meiste Saft wurde vom (doch recht festen) Teig aufgesaugt. Das Stürzen ist dank Springform kein Problem: Rand entfernen, umdrehen, Boden abheben. Wenn du Bedenken hast, kannst du ja den Boden mit einer Lage Backpapier belegen. Aber nötig ist das imho nicht: Wenn sich wirklich viel Sirup bildet und ansetzt, brauchst du - wie bei Tarte Tatin - nur Geduld, das lässt schon ganz von selbst los. :-)

Ich werde übrigens beim nächsten Mal eine größere Form (und eine Orange mehr) verwenden: Der Teig reicht sicher auch für 24 cm, die Backzeit würde sich aber ziemlich verkürzen, und der Kuchen geriete vielleicht ein klein wenig saftiger. Aber ich hab keine Erfahrung mit Marzipan im Teig, vielleicht ist das immer etwas trockener als "normaler" Rührteig? Frau wird sehen. War jedenfalls auch so sehr fein und ich angenehm überrascht. :-)

Buntköchin meint:

Dieser Kuchen klingt toll, schaut lecker aus und will nachgekocht werden. Kann man das Marzipan durch etwas anderes ersetzen oder weglassen? Ich steh nicht so richtig auf Marzipan. Liebe Grüße.

Hedonistin meint:

@Buntköchin - Einfach den bevorzugten Rührteig nehmen, da dürfte eigentlich nichts schiefgehen. Sollte nur nicht zu flüssig sein. Das Marzipan schmeckt hier aber nur ganz dezent raus. Ich bin da ja auch keine Freundin von, aber in dieser Form hab ichs mir gern gefallen lassen. :-)

gollo meint:

liebe hedonistin, erstmals ein kompliment zu deinem blog und nun zu dem rezept: ich hab den kuchen gestern abend mit einer 24er springform probiert. benötigte 4 orangen und ca. 150 g orangenmarmelade. da die orangen im backrohr etwas saft liesen, hab ich ein blech mit backpapier auf die unterste stufe gestellt. die backzeit war bei ca 45 min.
ergebnis: ausgesprochen lecker. werd ich bald wieder machen :-)

Chaosqueen meint:

Im Gegensatz zu Dir liebe ich Marzipan und in Kombination mit Orangen und Schokolade stelle ich mir den Kuchen einfach wunderbar vor.

Anonym meint:

Ich bin gerade beim Stöbern auf das Rezept gestoßen und habe nun folgende Frage:
Könnte man den Kuchen auch ohne die Orangenscheiben, aber stattdessen mit Marmelade im Teig und in einer Guglhupfform gebacken, probieren? Ich möchte ihn als "Reiseproviant" verschenken und müsste ihn dafür schon morgen backen?

Hedonistin meint:

@Anonym - Von Marmelade im Teig würde ich eher abraten. Sie bräuchten ziemlich viel davon, um Aroma und Geschmack spürbar werden zu lassen, der Teig wird dadurch aber nicht eben schöner. Nehmen Sie lieber mehr Orangenschale (oder z.B. Dr. Ö's Finesse oder ein ähnliches Produkt), auch ein Löffelchen Orangenblütenwasser könnte sich gut machen, falls Sie sowas haben. Wenn Sie die Orangen weglassen, sollten Sie evt etwas mehr Flüssigkeit verwenden. Beachten Sie, das Rezept ist für eine Minispringform von 18 cm angelegt, in einer normalen Guglhupfform brauchen Sie mehr Teig und eine längere Backzeit - Stäbchenprobe! :-)

Anonym meint:

Ich habe den Kuchen in einer Guglhupfform gebacken ohne Orangenscheiben - Kommentar der anderen: "Sehr lecker!"
Ich habe die Zutaten verdoppelt, den Teig mit Orangen-Finesse und Orangenlikör verfeinert, letzterer kam auch in die Orangenmarmelade. Dann habe ich in eine gefettete Guglhupfform Teig, Marmelade, Teig geschichtet und bei 180° C 45 Minuten im vorgeheizten Backofen gebacken (Stäbchenprobe) und noch ca. 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen abkühlen lassen.