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Donnerstag, 6. September 2012

Das verflixte erste Stück: Nektarinentarte mit Cranberrys


Nektarinentarte mit Cranberrys

Für die vorgesehene 24er-Form war die Teigmenge etwas zu knapp bemessen. Deshalb musste ich auf die kleinere Keramikform ausweichen, nicht ohne missmutiges Murren: Ich hasse es, dass aus Formen mit festem Boden das erste Stück Tarte (fast) immer nur bröckchenweise rauszukletzeln ist. Bei eckigen Formen nehm ich ja einen biegsamen Nylon-Pfannenwender, aber der ist für dreieckige Stücke vorne viel zu breit. Falls jemand von Ihnen richtig flexible Tortenheber kennt, mit denen frau den Rand einer Auflaufform runter und dann unter den Kuchen fahren kann: Bitte verraten Sie mir die Bezugsquelle! Alternativ bin ich auch für Tipps & Tricks dankbar, weil ich ja auch die Befürchtung nicht loswerde, dass nur ich allein zu doof für das erste Stück bin, während alle Welt das mit links - und intakt - aus der Kuchenform holt. :-)

Nektarinen-Tarte mit Cranberrys

Teig:
100 g Mehl
70 g Butter, gewürfelt
60 g Puderzucker
1 Prise Salz
ca 1 1/2 EL Wasser, kalt

Belag:
ca 600 g Nektarinen, in Spalten
1 1/2 EL Honig
1 TL Zitronensaft
1/2 TL Olivenöl
1 Prise Meersalz
30 g Cranberrys, fein gehackt

Temperatur: 200 Grad, Heißluft, vorgeheizt
Backdauer: 30 Minuten, die ersten 10 Minuten reine Unterhitze
Form: Tarteform, 20 cm

Mehl, Butter, Zucker und Salz in der Küchenmaschine fein zerkrümeln. So viel Wasser zugeben, dass alles gerade eben zusammenkommt. Auf die Arbeitsplatte kippen und schnell zu einem glatten Teig kneten. Etwas flachdrücken und in Folie gepackt mindestens eine Stunde kühlen. Danach etwa 1/2 cm dick ausrollen, in die Form drücken, mit einer Gabel mehrmals anpieksen und nochmal kaltstellen, während der Belag vorbereitet wird.

Honig, Zitronensaft, Öl und Salz verrühren. Nektarinenspalten kurz darin wenden. Teigboden mit Cranberrys bestreuen, die abgetropften Nektarinen gefällig darauf verteilen. Ins heiße Rohr schieben und goldgelb backen.


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Mittwoch, 5. September 2012

Geht nicht, gibts nicht: Schoko-Kuchen - flaumig, fluffig & vegan


Kaffee-Schoko-Kuchen, vegan

Fein kaffeeschokoladig, locker, flaumig und saftig: ein Schokokuchen, wie er sein soll. Ein Schokokuchen, der selbst dem Gefährten, der gut ohne Schokolade durchs Leben käme, ein wohlig geseufztes "Oooohhh" entlockte. Ein Schokokuchen, dem selbst bei misstrauischster Skepsis nicht anzuschmecken ist, dass es sich um veganes Backwerk handelt. Ohne Ei, ohne Milch, ohne Butter - aber auch ohne jedwedes Sojazeugs oder woraus auch sonst pflanzliche Ersatzprodukte für Milch und Eier hergestellt werden. Ein Schokokuchen, den es in der Low Budget-Küche noch öfter geben wird. Nicht, weil er vegan ist. Nicht nur, weil er, wie's in den König-Rezepten immer so nett heißt, sparsam ist, und zudem im Handumdrehen angerührt. Sondern, weil er schmeckt und glücklich macht. Wenn er dann noch der Milchkuh und dem halben Dutzend Legehennen, die für mich arbeiten, ein bisschen Freizeit verschafft: umso besser. :-)

Ich gestehe aber: So ganz hab ich der Sache zunächst nicht getraut. Hatte nicht erst neulich Ann von Dillspitzen ein totales veganes Schokokuchendesaster erlebt? Darum hab ich, während der Kuchen abkühlte, ein bisschen Espresso-Ganache vorbereitet. Auf dass einem eventuell enttäuschenden, zähen, gummiartigen oder trockenen Kuchen zur Genießbarkeit verholfen werden möge. Aber: Das hätts nicht gebraucht. Der größte Teil der Ganache wartet jetzt im Kühlschrank auf bessere Zeiten, weil wir - abgesehen von den Foto-Portionen - den Kuchen "trocken" verputzt und die Schokosahne überhaupt nicht vermisst haben.

Das Rezept hab ich übrigens bei love food eat entdeckt und nur leicht modifiziert: Olivenöl durch Rapsöl ersetzt und statt Schokochips gehackte Schokolade verwendet. Die hab ich auch nicht auf die Teigoberfläche gestreut, sondern untergemischt. Im Originalrezept ist keine Backformgröße angegeben - ich hab die halbe Teigmenge in die kleiner 18er-Kastenform geschüttet. Auf den ersten Blick ein bisschen viel Form für so wenig Teig, denn obwohl er schön aufgeht, hat der fertige Kuchen nicht die Höhe eines "richtigen" Kastenkuchens. Das ist aber so gewollt, weils ja eigentlich ein Blechkuchen ist, und bei Chinmayie auch in Würfel geschnitten serviert wird. Die Teigmenge aus dem Originalrezept müsste in etwa für eine flache Form von 20x20 cm passen.

Ach ja: Bedenken wegen des Essigs sind nicht nötig. Der wird vor allem gebraucht, um mit seiner Säure dem Natron auf die Sprünge zu helfen und den Teig schön aufgehen zu lassen, aber er ist absolut nicht rauszuschmecken.

Kaffee-Schoko-Kuchen, vegan

100 g Mehl
50 g Zucker, ein Teil davon Vanillezucker
1 TL Instant-Espressopulver
guter 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1 Prise Salz
50 g Schokolade, 81%, gehackt
120 g Kaffee, stark, abgekühlt
2 EL neutrales Öl
1 EL Essig, mild

Temperatur: 155-160 Grad, Heißluft
Backdauer: 25-30 Minuten, die ersten 10 Minuten reine Unterhitze
Form: Kastenform, 18 cm, gefettet

Mehl mit Backpulver und Natron versieben und mit den anderen trockenen Zutaten in einer Schüssel gut vermischen. Kaffee, Öl und Essig verrühren, zur Mehlmischung gießen und vermengen. Nicht überrühren! In die vorbereitete Form füllen, ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. Einige Minuten in der Form, dann auf einem Gitter abkühlen lassen.




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Sonntag, 2. September 2012

Kleine Biskuitrolle mit Zitronenjoghurt


Kleine Biskuitrolle mit Zitronenjoghurt

Für die Zitronenrolle als Sonntagskuchen hatte ich mich vor allem deshalb entschieden, um dem nassgraukühlen Wetter ein kleines Schnippchen zu schlagen und zumindest so zu tun, als wäre noch schönster Sommer. Aber pünktlich zum Nachmittagskaffee, der heute mit Tee zelebriert wurde, ließ sich die Sonne doch wieder blicken und schickte neugierig ein paar Strahlen auf den Esstisch. Was so ein zitronig-frischer Kuchen alles bewirken kann ... :-)

Kleine Biskuitrolle mit Zitronenjoghurt

Teig:
1 Ei, getrennt
1 EL Wasser, kalt
1 Prise Salz
40 g (Puder-)Zucker
25 g Mehl
15 g Stärkemehl

Fülle:
1 Zitrone, Saft & fein gehackte Schale
Wasser, nach Bedarf
ca 15 g Stärkemehl
2 EL Zucker, nach Geschmack auch mehr
ca 175 g Joghurt, fest bzw gut abgetropft
einige Blättchen Zitronenverbene, gehackt

Außerdem:
Puderzucker, zum Bestreuen

Temperatur: 200 Grad, Heißluft, vorgeheizt
Backdauer: 8-9 Minuten
Form: ca 20x25 cm, mit Backpapier belegt

Eiweiß mit Wasser und Salz halbfest schlagen, dann nach und nach den Zucker einrieseln lassen und weitermixen, bis ein fester Schnee entstanden ist. Mit einem Schneebesen das Eigelb einmengen, dann in zwei Etappen das mit Stärke versiebte Mehl unterziehen. Die Masse aufs Blech streichen, ins heiße Rohr schieben und zart goldbraun backen. Sofort auf ein feuchtes Geschirrtuch stürzen, Backpapier abziehen und den Biskuit mit dem Tuch locker einrollen. Abkühlen lassen.

Zitronensaft mit Wasser auf 125 Gramm auffüllen. Stärke und Zucker mischen und mit einigen Löffeln der Flüssigkeit glattrühren. Restliches Zitronenwasser mit Zitronenschale aufkochen. Vom Herd ziehen und die Stärkemischung einrühren - wegen der relativ großen Stärkemenge empfiehlt sich die Verwendung eines Pürierstabs, damit nichts klumpt. Nochmal aufkochen, dann unter Rühren etwas abkühlen lassen. Joghurt zugeben und gut vermengen. Bis zur Verwendung kaltstellen.

Abgekühlten Biskuit wieder entrollen, zu etwa zwei Dritteln mit Fülle bestreichen und wieder aufrollen. Mit Puderzucker bestäubt servieren.




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Mittwoch, 29. August 2012

Es herbstelt schon: Kleiner Pflaumenkuchen


Pflaumenkuchen

Schön ist es ja, aber es gefällt mir trotzdem nicht: das Licht draußen, das täglich weicher und goldener wird. Und am Markt bunte Kürbisse, Trauben, immer mehr Sorten frische Äpfel ... Vorboten des Herbstes. Gegen die aufkeimende Melancholie hab ich einen schnellen kleinen Pflaumenkuchen gebacken. Wobei die Teigmenge für die 18er-Form fast zu viel war, lieber eine 20-cm-Form und ein paar Pflaumen mehr nehmen.

Pflaumenkuchen

Teig:
60 g Butter, weich
60 g Zucker
1 Ei, Eigelb & Schnee
2 1/2 EL Milch
115 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1 Prise Salz

Belag:
250 g Pflaumen, geviertelt
1 EL Vanillezucker (echter), zum Bestreuen

Temperatur: 170 Grad, Heißluft
Backdauer: 40-45 Minuten, die erste Viertelstunde bei reiner Unterhitze
Form: Springform, 18 cm (besser: 20), Boden mit Backpapier belegt

Butter mit Zucker, Eigelb und Milch sehr cremig rühren. Mit Backpulver und Salz versiebtes Mehl einmengen, dann den Eischnee unterziehen. Teig in die Form füllen, glattstreichen und dicht mit Früchten belegen. Bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen, aus dem Rohr nehmen und sofort mit Zucker bestreuen. Einige Minuten in der Form, dann auf einem Rost abkühlen lassen.





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Mittwoch, 1. August 2012

Gebröselter Plunder: Beerenkuchen


Beerenkuchen

Warten Sie schon auf die gesammelten kleinen Kuchen des Monats Juli? Die brauchen noch einen Tag - mir fiel nämlich erst heute Mittag auf, dass der August schon begonnen hat. Zur Überbrückung der Wartezeit hätte ich einen kleinen Beerenkuchen anzubieten, dem nicht anzumerken ist, dass er eine Resteverwertung darstellt. Das König Bilderrezept #130 verlangt Semmelbrösel für den Teig. Hier lag etwas Plundergebäck rum, vom Profi-Bäcker, aber keine Frühstücksfreude, weil unglaublich trocken. Ich tät mich ja genieren, sowas zu verkaufen, aber Backshops sehen das wohl lockerer. Wie auch immer, es war da, es hatte Geld gekostet - also kriegte es eine zweite Chance in Bröselform. Und es nützte sie gut. :-)

Obwohl mehr Beeren als nötig am Teig landeten - ich wollte die Packung leer kriegen -, hat der Boden das gut weggesteckt. In der Mitte ist er zwar ein bisschen durchgeweicht, aber er ließ sich problemlos auf den Teller transferieren und auch in manierliche Stücke teilen. Von denen gibts aber kein Foto, denn die waren ruckzuck weg. :-)

Bröselkuchen mit Beeren

Teig:
70 g Zucker (bei Verwendung süßer Brösel weniger)
1 1/2 Eier, Eigelb & Schnee
70 g Brösel
2 TL Zitronensaft
etwas Zitronenschale, fein gehackt

Außerdem:
150-175 g Beeren
etwas Vanillezucker

Temperatur: 185/170 Grad Heißluft (*)
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: Springform, 18 cm, Boden mit Backpapier belegt

Eigelb mit Zucker weißcremig mixen. Zitronensaft und -schale zugeben, dann abwechselnd Brösel und Eischnee unterziehen. In die Form füllen. Leicht gezuckerte Beeren darauf verteilen, dabei einen Rand freilassen. Ins Rohr schieben und goldbraun backen.

(*) Um den TK-Beeren einzuheizen, hab ich die ersten 10 Minuten bei größerer Hitze gebacken und dann erst runtergeschaltet.



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Montag, 30. Juli 2012

Minimalistischer Mohnkuchen


Mohnkuchen mit Sahnejoghurt & Marillenröster

Eier werden nicht mal dran vorbeigetragen: Die Masse besteht nur aus Mohn, Mehl mit Backpulver und etwas Flüssigkeit. So ganz wohl war mir nicht beim Studium der Zutatenliste - kann daraus was anderes werden als staubtrockene Brösel? Aber ich hatte ja ein Mohnkuchenrezept gesucht, das nicht gar so verschwenderisch mit Eiern umgeht wie die üblichen Verdächtigen. Sollte es Murks werden, müsste ich immerhin kein schlechtes Gewissen haben, dass eine geplagte Henne sich für nix und wieder nix ein Ei abgepresst hatte, dachte ich. Wurde aber kein Murks: Schließlich ists einer der "tausendfach erprobten" Kuchen aus den uralten König Rezeptheften. :-)

Rezept: Mohntorte

Die Mengen aus dem Originalrezept reichen imho schwerlich für eine Springform in Standardgröße: Ich hab ein Drittel weniger genommen und das langte so gerade eben für die kleine 18x8-Kastenform. Den "Zitronengeschmack" hab ich in "Zitrone, Saft & Schale" übersetzt. Vanille hätte für mein Empfinden die schöne Mohn-Zitronen-Harmonie gestört, hab ich also weggelassen; ebenso den Zuckerguss. Gut vorstellen könnte ich mir aber, den noch warmen Kuchen mit Zitronensirup zu tränken und dann gut durchziehen zu lassen. Letzteres sollte übrigens immer sein, frisch gebacken ist Mohnkuchen - ob mit oder ohne Ei - meist noch keine echte Offenbarung.

Dieser sparsame Mohnkuchen ist nach einem Tag Ruhe überraschend gut, angenehm zitronig und gar nicht trocken, wenn auch nicht supersaftig - na, woher solls auch kommen? Aber dem lässt sich ja mit etwas Begleitung abhelfen. Eiscreme erwies sich wider Erwarten nicht als ideal, Schlagsahne auch nicht. Dieser Kuchen ruft ganz laut nach einem Klecks Joghurt, nach schön dickem, cremigem Sahnejoghurt mit ein klein wenig Zitrone. Und wenn er das kriegt, dann ruft der Gefährte: "Oh! Fast besser als der Mohnkuchen neulich in der Konditorei!" :-)

Fazit: Schmeckt keineswegs so sparsam, wie das Rezept befürchten lässt, und ist zudem multi-eventtauglich - ein kleiner Kuchen mit soviel Graumohn, dass er gewiss vor Mel bestehen kann, nach einem Rezept aus einem lang vernachlässigten Kochbüchlein. :-)

Mohnkuchen

100 g Graumohn, gerieben/gequetscht
100 g Milch
100 g Zucker
75 g Zitronensaft & fein gehackte Zesten
100 g Mehl
1 guter TL Backpulver
1 Prise Salz

Temperatur: 15 min kräftige Unterhitze, weiter bei ca 150 Grad Heißluft
Backdauer: insgesamt ca 45 Minuten
Form: Kastenform, 18x8 cm, mit Backpapier ausgelegt

Mohn mit Milch verrühren und 10 Minuten rasten lassen. Dann Zucker, Zitronensaft und -schale zugeben und gut verrühren. Das mit Backpulver und Salz versiebte Mehl esslöffelweise untermengen. Masse in die Form füllen und glattstreichen. Auf der untersten Schiene des Backrohrs zunächst bei reiner Unterhitze (*), dann bei moderater Rundum-Temperatur backen. Einige Minuten in der Form, dann auf einem Rost abkühlen lassen. Vor dem Verzehr nach Möglichkeit eine Weile durchziehen lassen. Mit Joghurt, saurer Sahne o.Ä. servieren.

(*) Wenn der Ofen diese Funktion nicht hat, schirmt ein mit Alufolie belegtes (glänzende Seite nach oben) Backblech in Ofenmitte die Oberhitze ab.



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Montag, 16. Juli 2012

Schoko-Kirschen-Kuchen


Stracciatella-Kirschkuchen

Mit ihrem Kirschplotzer hatte Juliane mir einen ziemlichen Schokokirschenfloh ins Ohr gesetzt, der einfach keine Ruhe geben wollte. Direkt nachbacken fiel aber flach, denn Weichseln gabs weder frisch noch im Glas, Nüsse werden nicht gemocht und der letzte Rest Butter war nicht mehr der Rede wert. Aber dicke süße Kirschen waren da, und an Bereitschaft zu freier Improvisation mangelte es auch nicht ... Und am Ende war der Schokokirschenfloh mehr als zufrieden. :-)

Schoko-Kirschen-Kuchen

2 Eier, Eigelb & Schnee
35 g Zucker, ein Teil davon Vanillezucker
75 g Sauerrahm
1 TL Zitronensaft
100 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
ca 40 g Schokolade, 75%, grob geraspelt
ca 250 g Kirschen, entsteint

Temperatur: 160-170 Grad, Heißluft
Backdauer: 40-45 Minuten
Form: Springform, 18 cm

Eigelb, Zucker, Sauerrahm und Zitronensaft schaumig schlagen. Mit Backpulver und Salz versiebtes Mehl mit den Schokoraspeln mischen. Mehlmischung und Eischnee abwechselnd unter die Eigelbmasse heben, mit Schnee aufhören. Etwa ein Drittel des Teigs in die vorbereitete Backform geben, Kirschen darauf verteilen, mit dem restlichen Teig bedecken. Glattstreichen und auf die Arbeitsplatte klopfen. Ins Rohr schieben und goldgelb backen (Stäbchenprobe).



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Sonntag, 15. Juli 2012

Der neue Sommertrend: Obstkuchen mit Essig & Öl :-)


Nektarinenkuchen

Auch wenn es so klingt: Das ist kein bisschen durchgeknallt und überhaupt nicht Bäääh. Sondern bloß eine Möglichkeit, Rührkuchen mit Obst belegt zu backen, ohne dass die Früchte so unschön austrocknen. Die Idee hab ich bei Joy the Baker geklaut, denn das Erdbeerkuchenrezept fand ich schon beim schnellen ersten Drübergucken faszinierend: Erdbeeren mit Essig und Öl auf süßem Kuchen? Und dann werden diese Sensibelchen gleich zweimal gebacken - erst solo, dann auf Teig - und die sehen danach auch noch so gut aus? Aber gut, die Früchte sitzen in einem Ölpflegebad, das kann ja auch bei unsereins Wunder wirken bei trockener Haut. ;-)

Die Verwendung von Olivenöl und Essig sollte niemanden abschrecken: Es kann ja auch geschmacksneutrales Öl verwendet werden, und der Essig dient nur der Geschmacksabrundung und kann durch ein paar Tropfen Zitronensaft ersetzt werden. Aber: Das Olivenöl schmeckt wirklich nicht vor, sondern liefert nur einen extra Hauch von leicht herber Fruchtigkeit. Ähnlich auch beim Essig, von dem ja nur ein Teelöffelchen voll reinkommt - aber es sollte schon eine liebliche Sorte sein, nicht der Kaffeemaschinenentkalkungsessig. ;-)

Bislang hab ich drei Kuchen nach diesem Prinzip gebacken und dabei ein bisschen am Rezept gefeilt. Nummer drei wurde vom Gefährten mit einem knappen "Perfekt!" kommentiert, und ich bin auch nicht ganz unzufrieden mit dem Ergebnis. :-)

Das Vorgaren der Früchte bedeutet natürlich Mehraufwand, lohnt aber wirklich. Der schützende Ölmantel bewahrt die Früchte zuverlässig vor dem Austrocknen und lässt sie schön glänzend aus dem Backrohr kommen. Als Nachteil könnte es - je nach Betrachtungsweise - gesehen werden, dass ein Kuchen auf diese Weise gut die doppelte Menge Obst "schluckt": weils ja schon beim Vorgaren Saft und damit Volumen verliert. Da der so entstehende Sirup aber mit auf den Kuchen kommt, geht nix verloren. ;-)

Nektarinenkuchen

Nektarinenkuchen mit vorgegarten Früchten in Olivenöl-Sirup

Teig:
90 g Mehl
10 g feines Maismehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise (Orangen-)Salz
45 g Butter, weich
45 g Zucker, ein Teil davon Vanillezucker
Orangenschale, nach Belieben
1 großes Ei
50 g Buttermilch (bei Bedarf etwas mehr)

Nektarinen in Sirup:
ca 500 g Nektarinen, gehäutet, in nicht zu schmalen Spalten
2 EL Ahornsirup (oder Honig oder 1 1/2 EL Zucker)
1 EL Olivenöl
1 Prise Meersalz
knapp 1 TL weißer Balsamessig (oder etwas Zitronensaft)

Temperatur: 170 Grad, Heißluft
Backdauer: ca 40 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gefettet

Ahornsirup mit Olivenöl und Salz verrühren und mit den vorbereiteten Früchten vermischen, sodass sie rundum von der Flüssigkeit überzogen sind. In einer ausreichend großen Pfanne - die Spalten sollten nebeneinander liegen - erhitzen und ganz sanft simmern lassen, bis der Sirup leicht angedickt ist. Das Obst dabei im Auge behalten: Es sollte zwar garen, aber fest bleiben. Vom Herd nehmen und mit Essig oder Zitronensaft abschmecken.

Für den Teig Butter mit Zucker und Orangenschale cremig rühren, bis nichts mehr knirscht. Das Ei zugeben und mixen, bis eine weißcremige Masse entstanden ist. In zwei Etappen abwechselnd das mit Backpulver und Salz versiebte Mehl und die Buttermilch zugeben. Nur ganz kurz verrühren, bis nichts mehr klumpt. Teig in die Backform füllen, auf die Arbeitsplatte klopfen, um Luftblasen zu entfernen, und die gut mit Sirup überzogenen Früchte darauf anordnen (wenn etwas Obst übrig bleibt: später mit Schlagsahne oder Eiscreme oder Joghurt zum Kuchen serrvieren). Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. Eine Viertelstunde in der Form, dann auf einem Rost abkühlen lassen.

Hinweis: Das Obst kann auch im Backrohr vorgegart werden. Früchte wie oben beschrieben vorbereiten, nebeneinander auf Backpapier verteilen und bei ca 160 Grad Heißluft etwa 40-45 Minuten garen. Im Auge behalten, der Sirup soll nicht bräunen oder gar anbrennen.




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Sonntag, 8. Juli 2012

Gestürzter Aprikosenkuchen


Gestürzter Aprikosenkuchen

Obstkuchen backe ich gern kopfunter - nicht nur als Tarte Tatin, sondern auch mit Rührteig -, weil die Früchte so nicht austrocknen können, wie es richtigrum doch gerne mal passiert. Den Teig für diesen Aprikosenkuchen hab ich mir bei Gabriele vom Crockyblog abgeguckt, die dieser Tage einen gestürzten Nektarinenkuchen buk und dafür das Weizen- mit ein wenig Maismehl mischte. Ein bisschen Orangenschale zusätzlich vertrug sich gut mit den Aprikosen. Auf die extra Butter für die Früchte hab ich verzichtet, das wäre mir zu üppig geworden.

Allerdings hat auch ohne Butter die Saftfangrille der Springform gerade nur haarscharf gereicht, um alle Flüssigkeit aufzufangen: die Backform also auf jeden Fall einpacken. Oder noch besser eine geschlossene Form wählen - wär ja schade um den schönen Sirup. Deshalb hab ich ihn auch sorgsam aus der Saftrille gekratzt, nochmal erwärmt und auf dem gestürzten Kuchen verteilt. Der nimmt mit seinen zierlichen 18 Zentimetern natürlich am Kleine-Kuchen-Event teil. Das Rezept für eine große Backform gibts im Crockyblog.

Marillenkuchen, kopfunter gebacken

Teig:
45 g Butter, weich
45 g Zucker
1 TL Orangenschale, fein gehackt
1 großes Ei
65 g Buttermilch
90 g Mehl
10 g feines Maismehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise Natron
1 Prise (Orangen-)Salz

Außerdem:
ca 200 g Aprikosen, in Spalten
2-3 EL Zucker
Butter, für die Form

Temperatur: 170 Grad, Heißluft
Backdauer: 35-40 Minuten
Form: runde Form, 18 cm

Den Backformboden großzügig buttern und gleichmäßig dick mit Zucker bestreuen. Aprikosenspalten gefällig in der Form arrangieren.

Für den Teig Butter mit Zucker und Orangenschale verrühren, bis nichts mehr knirscht. Ei zugeben und gut einarbeiten, bis eine fluffig-cremige Masse entstanden ist. Die miteinander versiebten trockenen Zutaten und die Buttermilch abwechselnd zugeben, nur kurz verrühren. Auf den Aprikosen verteilen und glattstreichen. Ins Rohr schieben und goldgelb backen. Mindestens 20 Minuten in der Form abkühlen lassen, damit der Sirup sich setzen kann, dann erst stürzen.



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Samstag, 30. Juni 2012

Abgekupfert: Tarte Tatin mit Aprikosen & Rosmarin


Tarte Tatin mit Marillen & Rosmarin

Der örtliche Wetterdienst meldet den heißesten 30. Juni aller Zeiten - und mir stand der Sinn nach Kuchen. Der durfte nun nicht viel Arbeit machen, schließlich wollte ich ihn ja auch essen und nicht vorher kollabieren. Im Kühlschrank fanden sich nebst Blätterteig auch noch ein paar hübsche kleine rotbackige Aprikosen, und in Engelchens Küche wurde mir empfohlen, selbige mit Rosmarin und Salzbutterkaramell zu kombinieren. Was ich denn auch unverzüglich tat. :-)

Dazu hätte ich mir gern ein, zwei Kügelchen Vanilleeis gegönnt, aber in den Supermärkten der näheren Umgebung war Eiscreme heute nicht bloß Mangelware, sondern komplett ausverkauft. Schadete aber nicht, die Tarte hat auch unbegleitet gar hervorragend gemundet - eine kleine fruchtig-feine Sommerfreude. :-)

Tarte Tatin mit Aprikosen & Rosmarin

75 g Zucker
30 g Butter, in kleinen Stückchen
1 1/2 g Meersalz
1 Zweiglein Rosmarin, Nadeln gehackt
ca 10 kleine Aprikosen, halbiert
1 Platte Blätterteig, in Formgröße plus 1-2 cm Rand zugeschnitten

Temperatur: 200 Grad, Heißluft
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: Gratinform, 18 cm

Den Zucker in einer kleinen Pfanne mit einigen Tropfen Wasser oder/und Zitronensaft verrühren. Bei guter Mittelhitze ganz hell karamellisieren (die Flüssigkeit verabschiedet sich dabei), dann Butter und Salz zugeben und stetig rühren, bis ein gleichmäßiger Karamell im gewünschten Farbton entstanden ist. Rosmarin einrühren und die Masse in die Gratinform gießen. Die Aprikosen mit der Bauchseite nach unten gleichmäßig verteilen. Blätterteig auflegen - dabei den Rand nach innen klappen - und einige Male mit einer Gabel pieksen. Ins Rohr schieben und goldbraun backen. Vor dem Stürzen 10-15 Minuten rasten lassen.


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Montag, 25. Juni 2012

Kleiner Blechkuchen mit Aprikosen & Kokos-Limetten-Guss


Marillen

Drei Kilo waren das. Sonderangebot. Für Marmelade taugen sie allemal, dachte ich. Aber die Früchtchen waren in allerbester Verfassung, gerade richtig reif, sehr süß und saftig, einfach zum Anbeißen. Die verdienten würdigere Behandlung, als im Kochtopf zermust zu werden. Obwohl: Viel besser sahen sie nach dem Backen auch nicht aus. Die Welt hat schon schönere, sehr viel schönere Aprikosenkuchen gesehen. Aber hat sie auch schon bessere gekostet? Dieser überholt geschmacklich sogar Omas Marillenblechkuchen, und das will was heißen. ;-)

Aprikosenkuchen mit Kokos-Limetten-Guss

Das hässliche Blechkuchenentlein ist mein Beitrag fürs Kleine-Kuchen-Buffet im Juni. Und ein Probierstück schieb ich rüber zum Aprikosen-Event im Gärtnerblog - Augen zu und durch, Sus! :-)

Aprikosenkuchen mit Kokos-Limetten-Guss

Teig:
150 g Mehl
2 g Trockenhefe
1 Prise Salz
1 Eigelb
4-5 EL Milch
1 EL Butter, sehr weich
1 EL Zucker
1/4 TL Limettenschale

Guss:
1 Ei
2 EL Vanillezucker
1 Limette, Saft & geriebene Schale
150 g Kokosmilch
2 TL Stärkemehl

Außerdem:
Aprikosen, halbiert
Butterflöckchen
evt Puderzucker, zum Bestreuen

Temperatur: 170 Grad, Heißluft
Backdauer: ca 35 Minuten
Form: flache Auflaufform, ca 22x22 cm

Für den Boden die Zutaten zu einem glatten, aber eher weichen Teig verarbeiten. An einem warmen Platz abgedeckt zu annähernd doppelter Größe aufgehen lassen. Abschlagen, kurz durchkneten, zehn Minuten rasten lassen, dann dünn ausrollen. In die mit Backpapier ausgelegte Form transferieren, dabei einen kleinen Rand hochziehen.

Für den Guss Ei mit Zucker und Limettenschale hellcremig mixen. Limettensaft, Kokosmilch und Stärke einrühren.

Aprikosenhälften mit dem Bauch nach oben auf dem Teig verteilen. Kokosmilchmischung vorsichtig dazwischengießen, sodass die Aprikosen noch ein Stückchen rausgucken. Butterflöckchen auf den Früchten verteilen. Ins Rohr schieben und auf mittlerer Schiene backen - der Pudding darf am Ende der Backzeit ruhig noch etwas wabbelig sein, er wird beim Abkühlen fester.


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Mittwoch, 30. Mai 2012

Eierplätzchen mit Orangennote


Orangeneierplätzchen

Nach fast auf den Tag genau zehn Jahren war ich gestern das erste Mal wieder beim Haarschneidekünstler. Ich verließ den Mann nicht unzufrieden, aber dennoch schwer geschockt, weil mein Spiegelbild nicht mehr erkennend, und mit sehr fremdem Kopfgefühl. Zum Backen des Belohnungstörtchens, das ich mir versprochen hatte, fühlte ich mich nicht fähig - aber irgendwas Süßes musste ganz schnell her. Die Eierplätzchen, die kürzlich Frau V aus'm Handgelenk gebacken hatte, schienen ideal für meine Zwecke: Drei Zutaten plus fünfzehn Minuten Zeitaufwand ergeben in Summe ganz viele goldgelbe tröstende Leckerchen.

Ich hab Orangenzucker statt normalem Zucker verwendet und ganz, ganz kleine Kleckschen aufs Blech gesetzt, sodass ich trotz Viertelung des Rezepts um die fünfzig Leckerlis rausbekam. Zu deren Haltbarkeit kann ich genauso wenig sagen wie Frau V - die kleinen Dinger waren weg wie nix. Was sie auch für den Kleine-Kuchen-Event qualifiziert. :-)

Eierplätzchen mit Orangennote

1 Ei
35 g Orangenzucker
50 g Mehl

Temperatur: 180 Grad, Heißluft
Backdauer: 6-7 Minuten

Ei mit Zucker weißcremig rühren. Gesiebtes Mehl unterziehen. Mit einem Löffel (oder Spritzbeutel) sehr kleine Teighäppchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, dabei Abstand lassen, die Plätzchen laufen auseinander. Backen, bis die Ränder goldbraun zu werden beginnen.

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Freitag, 11. Mai 2012

Kleiner gedeckter Apfelkuchen


Gedeckter Apfelkuchen

Ein ziemlich unspektakulärer, aber leckerer kleiner Kuchen mit den allerletzten Winteräpfeln aus dem Vorrat. Und er wurde noch besser, als ich mich an den Eiscremevorrat im Tiefkühler erinnerte. :-)

Kleiner gedeckter Apfelkuchen

Teig:
125 g Mehl
75 g Butter
40 g Zucker
2-3 EL Joghurt
1 Prise Salz
1/2 TL geriebene Zitronenschale

Fülle:
ca 400 g Äpfel
2 TL Zitronensaft
1 TL Ingwer, gerieben
1 TL geriebene Zitronenschale
1 gute Prise Muskat, frisch gerieben
Zucker, nach Geschmack
evt zerbröselte Biskotten

zum Bestreichen:
35 g Puderzucker
Zitronensaft

Temperatur: 185 Grad, Heißluft
Backdauer: 40-45 Minuten
Form: Springform, 18 cm

Mehl, Butter, Zucker, Salz und Zitronenschale im Häcksler der Küchenmaschine verkrümeln. Joghurt (und allenfalls ein paar Tropfen Wasser) zugeben und alles gerade eben zusammenkommen lassen. Auf die Arbeitsplatte kippen, kurz zu einem glatten Teig verkneten. Etwa 30 Minuten im Kühlschrank parken.

Unterdessen die Äpfel in dünne Scheibchen schneiden und in Zitronensaft wenden. Mit den Gewürzen mischen und nach Geschmack auch etwas Zucker zugeben.

Zwei Drittel vom Teig zu einem Kreis von ca 25 cm Durchmesser ausrollen, den Rest in Springformgröße. Mit dem großen Kreis die Form auskleiden, so dass sich ein etwa 4 cm hoher Rand ergibt. Allenfalls mit Bröseln bestreuen, wenn die Äpfel sehr saftig sind. Äpfel einfüllen und mit dem kleinen Teigkreis abdecken, Kanten gut schließen. Ein paar Löcher reinpieksen, ins Rohr schieben und goldbraun backen. Puderzucker mit Zitronensaft verrühren und den heißen Kuchen damit bepinseln.


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Dienstag, 8. Mai 2012

Dessert-Törtchen mit Quarkcreme, Physalis & Orangen


Desserttörtchen mit Physalis

Aus unerfindlichen Gründen ist mein Grätzel dieses Jahr rhabarberfreie Zone. Im Supermarkt gibts keinen, im Obst&Gemüseladen auch nicht. Am Bauernmarkt gabs immerhin ein paar Stängelchen, importiert aus südlichen Landen, aber zu Preisen, als wäre er vom Mond eingeflogen worden. Und ich hätte doch so gern diese Rhabarbertörtchen nachgebacken! Besser gesagt: Die Böden hatte ich schon fertig, als ich einkaufen ging, ob des Rhabarbermangels musste ich also beim Belag umdisponieren. Herausgekommen sind Quark-Orangen-Physalis-Törtchen, so leicht, fluffig & fruchtig, dass ich dem Rhabarber seine Abwesenheit großmütig verziehen habe. :-)

Dessert-Törtchen mit Quarkcreme, Physalis & Orangen

Törtchen:
1 Ei, getrennt
2 EL Zucker
1 Prise Salz
geriebene Schale von 1/4 Orange
1 TL Wasser
30 g Mehl
1 TL Stärkemehl
1 Prise Backpulver

Topfencreme:
1 Eiweiß
3 EL Zucker
2 EL Wasser
1-2 TL Zitronensaft
125 g Quark
geriebene Schale von 1/4 Orange
Orangensaft, etwas

Physaliskompott:
2-3 TL Zucker
einige Tropfen Wasser
eine gute Hand voll Physalis, halbiert oder geviertelt
Saft von knapp 1/2 Orange
Fruchtfleisch von 1/2 Orange

Temperatur: 155 Grad, Heißluft
Backdauer: 13-15 Minuten
Form: 2 Tarteletteförmchen, gefettet&bemehlt

Von der Orange zuerst die Hälfte der Schale abreiben. Dann die Frucht halbieren. Eine Hälfte auspressen, von der anderen Hälfte die Filets aus den Trennhäutchen lösen, Saft auffangen.

Für die Törtchen Eiweiß mit Salz steifschlagen, dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Eigelb mit Orangenschale und Wasser verquirlen, unter den Eischnee rühren. Mit Stärke und Backpulver versiebtes Mehl in zwei Etappen sachte unterheben. In die vorbereiteten Förmchen füllen und goldgelb backen.

Für die Quarkcreme zunächst den Eischneeschaum zubereiten: Eiweiß, Wasser, Zucker und Zitronensaft verrühren. Mit dem Handmixer über Dampf auf mittlerer Stufe schlagen, bis die Masse weiche Spitzen bildet. Dann etwa 3 Minuten auf höchster Stufe schlagen, bis ein dicker, formstabiler Schaum entstanden ist. Vom Dampf nehmen und während des Abkühlens noch 1-2 Minuten weiterschlagen.
Quark mit Orangenschale und ein wenig Orangensaft cremig rühren, nach Geschmack auch etwas Zucker zugeben. Etwa die Hälfte (*) vom abgekühlten Eischnee etappenweise unterziehen, bis die gewünschte fluffige Konsistenz erreicht ist. Creme bis zur Verwendung kaltstellen.

Für das Kompott Zucker mit einigen Tropfen Wasser verrühren und in einer kleinen Pfanne kräftig aufschäumen, aber maximal zartgolden karamellisieren. Physalis zugeben, durchschwenken, sofort herausheben und anhaftenden Zuckersaft in die Pfanne abtropfen lassen. Restlichen Orangensaft in die Pfanne gießen, aufkochen und dickflüssig einköcheln. Orangenfruchtstücke zugeben, kurz durchwenken und alles mit den Physalis vermischen. Abkühlen lassen.

Kurz vor dem Servieren die Quarkcreme auf den Tartelettes verteilen und das Physaliskompott in die Mitte geben.


DIY-Schokoschaumküsse(*) Der Eischneeschaum hält im Kühlschrank gut ein bis zwei Tage. Er eignet sich u.a. zum Überziehen oder Dekorieren von Muffins.

Und wie ich grade getestet habe, lässt der Schaum sich auch gut auf Oblaten (oder Waffeln oder Kekse) spritzen und von Schokolade küssen. ;-)


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Dienstag, 1. Mai 2012

Abgekupfert: Gâteau Chocolat mit Olivenöl und Zitrone & Frostiges Zitronenjoghurt


Frostiges Zitronenjoghurt & Gâteau Chocolat mit Olivenöl und Zitrone

Wenn der 1. Mai sich wie ein heißer Hochsommertag anfühlt, will frau nicht kochen. Und schon gar nicht backen. Ein bisschen Joghurt, ein bisschen Obst: Mehr brauch ich nicht. Dachte ich. Bis ich mittags bei der Foodblogrunde diese zartschmelzenden Schokoküchlein sah. Da wars um mich geschehen. Und bloß sechs Minuten Backzeit - die würden die Raumtemperatur wohl kaum erhöhen. Ok, es fehlte an Rosmarin, aber die paar Nadeln ließen sich gewiss ersetzen. Damit blieb als Störfaktor nur das Eiweiß, das ich übrigbehalten würde. Was damit machen? Noch was backen, bei über 30 Grad? Sicher nicht. Muss ichs wohl einfrieren ... Genau! Zusammen mit dem Joghurt. Und Zitronensaft. Und die Schale von der Zitrone in die Küchlein.

So geschah es, und ich kann nur allerdringendst zum Nachbacken raten, denn diese Küchlein sind ein Traum, ein Gedicht, die pure Wonne - hach!

Foto vom schmelzenden Innenleben der kleinen Schokoträume gibts bei grain de sel - ich hatte keine Zeit mehr, weil das Joghurt zu schmelzen drohte. :-)

Gâteau Chocolat mit Olivenöl und Zitrone &
Frostiges Zitronenjoghurt

Schokoküchlein:
50 g Schokolade, 80% (mindestens 60%)
25 g Butter
25 g Olivenöl
fein gehackte Zesten von 1/2 Zitrone
20g Zucker
1 Ei
1 Eigelb
1 gute Prise Meersalz, nicht zu fein gemahlen
3 g Mehl
Puderzucker und/oder Kakaopulver, zum Bestäuben

Frostiges Zitronenjoghurt:
125 g Joghurt
35 g Zucker
2 EL Zitronensaft
fein gehackte Zesten von 1/2 Zitrone
1 Eiweiß, fester Schnee

Temperatur: 215 Grad, Heißluft, vorgeheizt bei 225 Heißluft
Backdauer: 6 Minuten
Form: 2 Ramequins, gefettet & bemehlt

Joghurt mit Zucker, Zitronensaft und -schale verrühren, bis der Zucker gelöst ist. Eischnee unterziehen. In einer Metallschüssel in den Tiefkühler stellen und gefrieren lassen. Zwischendurch umrühren.

Butter, Olivenöl, Zitronenschale und Schokolade im Wasserbad oder auf sehr kleiner Flamme schmelzen, dabei mit dem Schneebesen gut durchrühren.

Ei, Eigelb und Zucker zu einer dickflüssigen hellen Mischung schlagen. (Das Originalrezept rät zur Handarbeit mit dem Schneebesen, um nicht zu viel Luft in die Masse zu bringen - Handmixer auf kleiner Stufe funktioniert aber gut und weniger schweißtreibend. :-) ) Flüssige Schokomischung einrühren, und schließlich Mehl und Salz vorsichtig und nur so gerade eben unterziehen. In die vorbereiteten Förmchen füllen und backen, bis an der Oberfläche eine Kruste enstanden ist. Aus dem Rohr nehmen und eine Minute ruhen lassen. Dann die Küchlein vorsichtig aus den Förmchen in die offene Hand kippen (Geschirrtuch hilft gegen zu viel Hitze) und behutsam auf Teller legen. Mit Puderzucker und/oder Kakaopulver bestreut servieren.


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Samstag, 21. April 2012

Karamellisierte Apfelknoten


Apfelknoten, entknotet

Mittags schnell gebacken, auf dass dem nachmittäglichen Ausflug ohne viel Umstände eine Mehlspeisjause folgen könne - aber daraus wird nichts werden: Die Teilchen wurden noch warm direkt vom Blech weg verputzt. :-)

Die Bezeichnung "Knoten" ist übrigens rein symbolisch zu verstehen: Die Teigröllchen sind mir zu kurz geraten, um sie richtig verknoten zu können, es hat grad zu einem andeutungsweisen Verschlingen gereicht. Gedacht war es so, wie bei New Kitch on the Blog zu sehen. Das Rezept für den Teig hab ich nahezu unverändert übernommen (der lässt sich gut bearbeiten, klebt nicht und braucht auf einem Holzbrett nicht mal Mehl zum Ausrollen), die Füllung dagegen hab ich ein klein bisschen modifiziert. So leicht lass ich mich auch von einem bildschirmfüllenden Spinat-und-Feta-Mantra nicht hypnotisieren. :-) An der Knotentechnik werde ich noch arbeiten - ein paar Äpfel sind ja noch da, das ruft ja direkt nach einer Wiederholung zu Übungszwecken. ;-)

Apfelknoten

Apfelknoten

Teig:
150 g Milch, lauwarm
5 g Trockenhefe
280 g Mehl
35 g Rapsöl
1/2 TL Salz
1 EL Zucker

Fülle:
4 Äpfel, eher klein, in kurze Streifen geschnitten
1/2 Zitrone, Saft
4 EL Zucker
Anis, Nelke, Muskat, Zimt

Backen: ca 30 min bei 185 Grad (Heißluft)

Die Zutaten für den Hefeteig mischen und kneten, bis er glatt ist und seidig glänzt. Abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat.

Die Äpfel nach dem Zerkleinern sofort in Zitronenwasser baden, dann auf einem Sieb abtropfen lassen. Zucker mit einigen Löffeln Zitronenwasser verrühren und in einer Pfanne goldgelb karamellisieren. Äpfel und Gewürze zugeben und unter gelegentlichem Rühren nicht ganz weich garen. Äpfel mit einem Schaumlöffel herausheben und den anhaftenden Saft in die Pfanne abtropfen lassen. Die Flüssigkeit zu Sirupkonsistenz einkochen. Mit den Äpfeln vermischen und zum Abkühlen beiseite stellen.

Teig abschlagen, nochmal durchkneten und in sechs Portionen teilen. Jedes Stück möglichst dünn zu einem länglichen Oval ausrollen. Fülle in schmalen Streifen darauf verteilen, einrollen (dabei die Schmalseiten zusammenzwacken) und zu Knoten verschlingen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, mit Zuckermilch (oder Eiwasch) bestreichen, ins Rohr schieben und goldbraun backen.


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Donnerstag, 22. März 2012

Mal eben schnell Erdbeertörtchen machen


Erdbeertörtchen mit Orangenquark

Der Ansatz, mal eben schnell was machen zu wollen, ist eine ganz fiese Stolperfalle. Ich weiß das aus vielfacher Erfahrung, und trotzdem tappe ich immer wieder rein. Heute mit den schnellen Erdbeertörtchen. (Ja, ich weiß. Erdbeeren im März. Aus Spanien. Machen keinen schlanken Ökofußabdruck.) Die sind wirklich blitzschnell gemacht. Und noch eine halbe Minute schneller, wenn frau den Teig in die Förmchen füllt, ohne ans Ausfetten derselben zu denken. Die Zeitbilanz verschlechtert sich aber durch fünf Minuten Haareraufen, wenn die fertigen Böden dann störrisch in den Förmchen kleben bleiben, und letztlich das so hübsch gedachte Dessert schon vor Genuss angeknabbert aussieht. :-(


Erdbeertörtchen mit Orangenquark

1 Ei, getrennt
1 Prise Salz
25 g neutrales Pfanzenöl
50 g Zucker
25 g Milch
65 g Mehl
3/4 TL Backpulver
Quark (ca 1 Becher für 4 Törtchen)
in Sirup eingelegte Orangenschale, fein gewürfelt
Erdbeeren

Eiweiß mit Salz zu Schnee schlagen. Öl, Zucker und Eigelb verrühren, langsam die Milch zugießen. Mit dem Handmixer auf höchster Stufe schlagen, bis eine lockere hellcremige Masse entstanden ist. Mit Backpulver versiebtes Mehl kurz einmengen, Eischnee unterheben. Teig auf 3-4 Tarteletteförmchen verteilen und in 15-20 Minuten bei guter Mittelhitze goldbraun backen. Kurz in der Form und dann auf einem Rost abkühlen lassen.

Unterdessen Quark mit Orangensirup glattrühren, Orangenschalenwürfel untermengen. Bei Bedarf mit etwas Puderzucker nachsüßen. Kurz vor dem Servieren die Erdbeeren abspülen, trocknen und halbieren oder vierteln. Quark auf die Törtchen streichen, mit Erdbeeren belegen und Orangensirup mit etwas gewürfelter Schale darüberträufeln.





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Mittwoch, 17. Februar 2010

Möhren-Kuchen mit Schokolade


Duden einst und jetzt

Nach 15 Jahren, so befand ich neulich, wäre es wohl an der Zeit, endlich mal einen neuen Grammatik-Duden anzuschaffen. Nicht, dass das vorhandene Exemplar besonders zerlesen wäre, aber inzwischen gabs ja eine Rechtschreibreform. Und die brachte auch in der Grammatik Änderungen, mensch denke nur an die vereinfachten Kommaregeln. Der aktuelle Grammatik-Duden würde daher, so dachte ich, wohl nur noch eine bessere Broschüre sein. Ja, das hat sich die kleine Hedonistin so gedacht. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Von 800 Seiten in der Ausgabe von 1984 ist der Grammatik-Duden bis heute auf 1340 Seiten angewachsen, ein Klotz von zweieinhalb Pfund. Und dessen Inhalt soll nun irgendwie in meinen Kopf. Aber gut, dort gibts mittlerweile so viele altersbedingte Lücken, dass genug Platz ist. :-)

Gute Vorbereitung ist dennoch nötig: Ich entschied, im Vorfeld ein paar Möhrchen zu knabbern, für die Augen, und einige Eckchen herbe Schokolade, für die unbedingt nötige gute Laune. Was sich - welch glücklicher Zufall! - mit den wichtigsten Ingredienzen für den Schokolade-Möhren-Kuchen deckte, den ich morgens bei Foodfreak gesehen hatte, und der mir wegen des nusslosen Teigs gleich ausgezeichnet gefallen hatte. :-)

Schokolade-Möhren-Kuchen ohne Nüsse

Ich hab Foodfreaks Rezept nur leicht abgeändert: Zuckermenge reduziert, statt der nicht im Vorrat befindlichen Schokotröpfchen geraspelte Schokolade verwendet und den Zimt durch Kaffee ersetzt. Foodfreaks Fazit - "wunderbar fluffig und saftig, nicht zu süß, schmeckt grandios nach Schokolade" - gilt aber auch für diese Variante. :-)

Möhren-Kuchen mit Schokolade

2 Eier
100 g Zucker (davon 25 g Vanillezucker)
125 ml Rapsöl
250 g Möhren, fein geraspelt
125 g Mehl
40 g Kakaopulver
1 TL Instant-Espresso-Pulver
je 1 TL Backpulver & Natron
1 Prise Salz
50 g Schokolade, 75%, geraspelt

Temperatur: 180 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 45 Minuten
Form: Springform, 18 cm

Eier, Zucker, Öl und Espressopulver cremig rühren, dann die Möhren untermischen. Mit Backpulver, Natron, Kakao und Salz versiebtes Mehl zugeben, kurz verrühren und schließlich die Schokoraspel einmengen. In die Form füllen und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen.


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Donnerstag, 4. Februar 2010

Tarte Tatin mit Grapefruit & Kardamom


Tarte Tatin mit Grapefruit und Kardamom

Zum Backen von Tarte Tatin habe ich bisher meistens eine ofenfeste Bratpfanne verwendet. Einerseits, weil mich das Gewirks mit dem Umfüllen der Früchte von der Pfanne in eine Backform nervt (und mehr Abwasch ists ja auch), und andererseits, weil die Pfanne sich notfalls nach dem Backen nochmal auf den Herd stellen lässt, um ein eventuelles Zuviel an Saft einzukochen. Und jedesmal habe ich geflucht, wenn es ans Stürzen der Tarte ging: Der Pfannenstiel, der ja höher aufragt als der Pfannenrand, ist regelmäßig dem Kuchenteller und den Händen im Weg und rammt sich auch gern mal in den Bauch der unglücklichen Bäckerin oder verbrennt ihr den Unterarm. Immer wieder mal habe ich deshalb nach Alternativen Ausschau gehalten, aber die Preise für ausgewiesene Tarte-Tatin-Formen - sogar für ganz kleine - haben mich dann doch wieder mit der Bratpfanne versöhnt.

Gestern aber stolperte ich im Supermarkt über die perfekte Tarte-Tatin-Form für zwei Personen: ein kleines Eierpfännchen aus Email. Für Emailgeschirr habe ich sowieso eine Schwäche, vor allem für die Serie in Pastellfarben, die schon anno dunnemal in meiner Kindheit ein Klassiker war - Nostalgie pur. Zudem nahezu unverwüstlich, für alle Herdarten einschließlich Induktion geeignet, backofenfest und relativ preiswert: Das kleine Eierpfännchen war um faire 12 Euro zu haben. (Bei Amazon ists deutlich teurer, in einem anderen Onlineshop hab ichs um ca 15 Euro gesehen - Preisvergleiche lohnen sich also.)

Eingeweiht wurde das hübsche Ding mit einer herb-süßen Grapefruit-Tarte-Tatin, die mein Beitrag zum aktuellen Kleine-Kuchen-Event ist. Damit bin ich ein bisschen spät dran, aber beim eigenen Event kann ich ja leicht mit schlechtem Beispiel vorangehen. ;-) Falls noch jemand mitmachen möchte, vertage ich das Round-up, das ja eigentlich heute fällig wäre, noch bis zum Wochenende. Gefragt ist verführerisches Backwerk für den Valentinstag, aber natürlich werden auch alle anderen kleinen Kuchen gern genommen. :-)

Tarte Tatin mit Grapefruit & Kardamom

1 rosa Grapefruit
1 Blutorange, Saft
2 grüne Kardamomkapseln, Samen fein gemörsert
40 g Zucker
ca 1/2 Pk Blätterteig

Temperatur: 200 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 25 Minuten
Form: ofenfeste Pfanne, 18 cm

Zucker mit Kardamom vermischen, mit etwas Blutorangensaft in die Pfanne geben und hell karamellisieren. Mit dem restlichen Orangensaft aufgießen und sirupartig einkochen lassen. Unterdessen die Grapefruit schälen und dabei die weiße Haut vollständig entfernen. Nach Belieben filetieren oder einfach in Scheiben schneiden. Hübsch in der Pfanne verteilen. Blätterteig kreisförmig zuschneiden (Durchmesser etwas größer als die Pfanne), auf die Grapefruits legen und die Kanten nach innen klappen. Ins Rohr schieben und goldbraun backen. Einige Minuten in der Pfanne abkühlen lassen, damit der Sirup sich setzen kann, dann erst auf eine Platte stürzen.

Tipp: Sollte sich beim Backen zu viel Saft gebildet haben, die Pfanne einfach nochmal auf den Herd stellen und die Flüssigkeit ein bisschen einkochen, dann erst abkühlen und stürzen.


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Sonntag, 1. November 2009

Angenähert: Saftiger Maroni-Kuchen mit Maroni-Ganache

 
Sehr saftiger Maronikuchen

Immer wieder mal wird in deutschsprachigen Blogs über die amerikanischen Cup-Maße geklagt, und die Mühen, sie auf gewohnte und vertraute Mengenangaben umzurechnen. Aber warum in die Ferne schweifen? Exotische Messgrößen liegen so nah: Im Land der Alphörner werden Flüssigkeiten zwar nicht in selbigen, aber in Dezilitern gemessen, was auch ziemlich schräg ist. Wer rechnet denn mit sowas? Die durchschnittliche Mitteleuropäerin jedenfalls nicht. Die liest die Zahl 0,25 in Kombination mit dem Wort Milch ganz unausweichlich als 1/4 Liter Milch. Und schüttet eben diese Menge in den Teig für jenen eidgenössischen Maroni-Kuchen, dessen Rezept bloß nach 0,25 dl Milch verlangt hatte. Was der genannten Mitteleuropäerin aber erst auffiel, nachdem sie die Form mit dem höchst flüssigen Teig ins Rohr geschoben hatte und dann nochmal ins Rezept guckte, denn: "Komisch, dass Hr.L. gar nicht erwähnt hat, was für ein dünnes Süppchen dieser Teig ist ..." :-)

Glücklicherweise richtete die Überdosis Milch keinen allzu schlimmen Schaden an. Der Kuchen war zwar mehr als nur schön saftig, er war so supersaftig, dass er sich schon hart an der Grenze zur Klitschigkeit bewegte - sie aber nicht überschritt. Was von den Aufnahmekapazitäten der EsserInnen nicht gesagt werde kann: Die schafften zu zweit an einem Tag mit Müh und Not die Hälfte des Kuchens. Maroni, Sahne und Schokolade läppern sich doch zu erheblicher kalorischer Macht. :-)

Was sich als Glück erwies: Denn am zweiten Tag war dieser Kuchen perfekt. Offenbar haben die Maroni - bekanntlich eine trockene Angelegenheit, die bei purem Genuss nach Zufuhr stürmischer oder federweißer Flüssigkeit verlangt - sich an der Milch bedient. Der Kuchen war nicht mehr super-, sondern genau richtig saftig, und die Maronischeibchen desgleichen, weder trocken noch ledrig. Was danach noch von der Überdosis Milch geblieben war, hatte sich am Kuchenboden abgesetzt. Diese zwei Millimeter sichtbarer Feuchte könnte frau als Symptom für Murks betrachten - ich sag jetzt aber einfach: Das muss so sein. Das ist das Erkennungsmerkmal eines perfekten Maronikuchens. Maronikuchen ohne zwei Millimeter Bodenfeuchte ist nicht richtig gelungen. Der braucht das. Sonst würde oben die Schokolade verwelken. :-)

Dennoch, etwas weniger Flüssigkeit wäre besser. Gerade so viel weniger, dass frau die Springform nicht mit Alufolie abdichten muss. Ich denke, beim nächsten Mal werde ichs mit 150-200 ml versuchen (ist schon so im Rezept notiert), ein Teil davon vielleicht als Sahne - Hüftgold ist der Kuchen ja sowieso. ;-)

Die viele Milch hat übrigens zu einer weiteren Änderung am schweizerischen Rezept geführt: Ich fand, sie könnte sich gewürztechnisch nützlich machen, hab sie mit einer halben Vanilleschote aufgekocht und die Maroni darin ziehen lassen. Das Lebkuchengewürz hab ich dafür gestrichen - noch bin ich nicht in Weihnachtsstimmung. :-) Die überzähligen Maroni, bei Hrn.L. glasiert auf den Kuchen gewandert, haben hierorts in einer Ganache Unterschlupf gefunden. Feine Sache, die sich auch zu Kugeln gerollt als Leckerchen gut machen dürfte. Dann aber mit einer guten Prise Meersalz, nicht zu fein gemahlen, ergänzt.

Maronikuchen

Maronenkuchen mit Maronen-Ganache

Teig:
150-200 g Milch [evt 1/3 davon Sahne]
1/2 Vanilleschote, Mark ausgekratzt
1 Prise Salz
100 g Maroni, gegart
1 Ei
50 g Zucker
50 g neutrales Pflanzenöl
75 g Mehl
3/4 TL Backpulver

Ganache:
50-75 g Sahne
50 g Schokolade, 75%
25 g Maroni, zerkrümelt

Temperatur: 175 Grad, O/U-Hitze, vorgeheizt
Backdauer: ca 30 Minuten
Form: Springform, 18 cm, gefettet

Die Hälfte der Maroni für den Teig in Scheibchen schneiden, den Rest zerbröckeln.

Milch mit Vanilleschote, -mark und Salz aufkochen. Maroni-Bröckchen zugeben, Platte abschalten. Ziehen lassen, bis die Milch abgekühlt ist. Vanilleschote entfernen, Kastanien pürieren.

Ei mit Zucker verquirlen. Erst mit Öl, dann mit der Kastanienmilch gut verrühren. Mehl mit Backpulver in eine Schüssel sieben, die Milchmischung zugießen und glattrühren. Teig in die Form füllen, Maronischeibchen darauf verteilen. Ins Rohr schieben und bis zur erfolgreichen Stäbchenprobe backen. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf ein Gitter stürzen (das bringt die beim Backen untergegangenen Maronischeibchen wieder nach oben :-) ) und abkühlen lassen.

Für die Ganache die Sahne aufkochen. Restliche Kastanien zugeben und pürieren. Zerbröckelte Schokolade zugeben, 3 Minuten stehen lassen, dann glattrühren. Über den Kuchen gießen. Einen Tag Geduld haben, dann erst genießen. :-)

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